Pfizer hat im zweiten Quartal deutlich mehr umgesetzt als erwartet – und trotzdem einen Verlust ausgewiesen. Konzernchef Albert Bourla sprach von einem starken Quartal, allerdings standen unter dem Strich 248 Millionen Dollar Miese, nach einem Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Verantwortlich dafür sind milliardenschwere Abschreibungen nach einer gescheiterten Studie zu einem Lungenkrebsmedikament.

Operativ lief es besser als der Verlust vermuten lässt. Der Umsatz kletterte um 3 Prozent auf gut 15 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,77 Dollar und damit über der Analystenschätzung von 0,68 Dollar.

Haupttreiber blieb der Blutverdünner Eliquis, den Pfizer gemeinsam mit Bristol Myers Squibb vermarktet. Der operative Umsatz des Medikaments stieg um 19 Prozent auf 2,43 Milliarden Dollar – deutlich über der Analystenschätzung von 1,93 Milliarden Dollar. Auch das Krebsmedikament Padcev und zugekaufte Produkte mit einem operativen Umsatzplus von 25 Prozent glichen die schwächeren Erlöse aus dem auslaufenden Covid-Geschäft aus.

Sparprogramm und Ausblick

Für das Gesamtjahr hob Pfizer die Umsatzprognose leicht an: 60,5 bis 62,5 Milliarden Dollar sollen es nun werden, das untere Ende liegt eine Milliarde höher als zuvor. Die Gewinnprognose bestätigte der Konzern unverändert – darin eingepreist ist eine Belastung von 650 Millionen Dollar aus einer bis zu 10,5 Milliarden Dollar schweren Lizenzvereinbarung mit dem chinesischen Biotech-Unternehmen Innovent Biologics.

Parallel dazu verschärft Pfizer sein Sparprogramm. Bis 2029 will der Konzern über die laufenden Kürzungen hinaus eine weitere Milliarde Dollar einsparen – in Summe ergäbe das Einsparungen von 6,7 Milliarden Dollar. Das Geld soll helfen, den Rückgang der Covid-Erlöse abzufedern, während neuere Medikamente die Abhängigkeit von alternden Blockbustern verringern sollen. Hoffnungsträger ist dabei das Adipositas-Programm, das nach der rund 10 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Metsera nach Angaben des Managements spürbar an Fahrt gewinnt.

An der Börse fiel die Reaktion verhalten aus. Die Aktie notierte vorbörslich kaum verändert bei rund 25 Dollar. Am eigentlichen Fahrplan ändert das nichts: Pfizer hält an seinem Ziel fest, ab 2028 wieder zu stärkerem Wachstum zurückzukehren.