Photon Energy gerät finanziell zunehmend unter Druck. Während der Umsatz im vergangenen Jahr leicht stieg, belasten Rechtsstreitigkeiten und eine Insolvenz in Polen die Bilanz massiv. Die Aktie markierte am Freitag bei 0,21 Euro ein neues Jahrestief.

Insolvenz der polnischen Handelstochter

Der Kern der aktuellen Krise liegt in Polen. Die dortige Tochtergesellschaft Photon Energy Trading PL meldete Ende März Insolvenz an. Vorausgegangen war eine gerichtliche Niederlage gegen den Übertragungsnetzbetreiber PSE.

PSE verrechnet Forderungen von rund 3,9 Millionen Euro wegen angeblicher Überschreitungen von Emissionsgrenzwerten einseitig mit Erlösen. Die Geschäftsführung sieht darin einen Wendepunkt. Die Maßnahme verwandelte vorübergehende Liquiditätsengpässe in eine dauerhafte finanzielle Belastung für den polnischen Handelszweig.

Verlust weitet sich aus

Die operativen Schwierigkeiten spiegeln sich deutlich in den Jahreszahlen wider. Der Nettoverlust weitete sich 2025 auf 17,4 Millionen Euro aus. Im Vorjahr lag das Minus noch bei 13 Millionen Euro.

Der Umsatz kletterte indes auf rund 95 Millionen Euro. Um die verbliebenen Barreserven zu schonen, verschob das Unternehmen die Zahlung eines Quartalskupons über rund 1,28 Millionen Euro. CEO Georg Hotar übernahm nach dem Abgang des Finanzvorstands dessen Aufgaben interimistisch. Er leitet nun die umfassende interne Restrukturierung persönlich.

Termine im Mai

Die kommenden Wochen bringen wichtige Datenpunkte für die Bewertung der weiteren Aussichten. Im Mai veröffentlicht das Unternehmen den Monatsbericht für April sowie die Ergebnisse des ersten Quartals 2026.

Besondere Aufmerksamkeit gilt einer Zinszahlung für die Anleihe 2021/2027, die Ende Mai fällig wird. Der geprüfte Jahresbericht für 2025 verschiebt sich derweil weiter nach hinten. Die Veröffentlichung ist nun für Juli geplant.