Der Satellitenbetreiber Planet Labs erlebt einen schweren Rückschlag an der Börse. Die Aktie schloss am Freitag bei 24,20 Euro – ein Minus von 2,42 Prozent an einem Tag. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf 10,37 Prozent, seit Monatsbeginn sogar auf knapp 34 Prozent.
Der Kurs liegt damit 48 Prozent unter dem Rekordhoch von 46,60 Euro aus dem Mai. Der RSI von 33 signalisiert: Die Aktie nähert sich dem überverkauften Bereich.
Kapitalabfluss Richtung SpaceX
Ein Grund für den Abverkauf: Kapitalrotation im Raumfahrtsektor. SpaceX, der Branchenprimus, feierte kürzlich seinen Börsengang – und legte am zweiten Handelstag fast 20 Prozent zu. Viele Anleger schichten um, von kleineren Werten wie Planet Labs hin zum Schwergewicht.
Hinzu kommt ein billionenschweres Aktienprogramm. Planet Labs kündigte Anfang Juni ein ATM-Angebot über bis zu 1,5 Milliarden Dollar an. Das weckt Sorgen vor Verwässerung. Die Nachfrage nach den Papieren sinkt.
Milliardenaufträge, aber rote Zahlen
Dabei liefern die Geschäftszahlen ein anderes Bild. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stieg der Umsatz um 42 Prozent auf 94,15 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand wuchs um 72 Prozent auf über 906 Millionen Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen kletterten um 81 Prozent auf 816 Millionen Dollar.
Doch die Kehrseite: Planet Labs verbuchte einen Nettoverlust von 138,87 Millionen Dollar. Die liquiden Mittel stiegen zwar auf 730,8 Millionen Dollar – ein Plus von 223 Prozent. Das operative Geschäft bleibt aber defizitär.
Parallel dazu gewann das Unternehmen zwei NGA-Aufträge, darunter eine Verlängerung um 22 Millionen Dollar für maritime Überwachung per KI. Auch den neuen Pelican-Satelliten treibt Planet Labs voran.
Insider-Verkauf überschattet positive Analystenstimmen
Am 17. Juni veräußerte CEO Marshall Spencer Aktien im Wert von rund 4,1 Millionen Dollar. Allerdings handelte es sich um einen Zwangsverkauf: Das Unternehmen behielt die Papiere ein, um Steuern auf eingelöste Aktienoptionen zu begleichen. Spencer selbst verkaufte keine Anteile am Markt.
Deutsche Bank hält unterdessen an ihrer Kaufempfehlung fest, senkte aber das Kursziel.
Die nackten Zahlen sind beeindruckend, der Cash-Burn bleibt ein Risiko. Ob die jüngsten Aufträge ausreichen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, zeigt sich in den kommenden Quartalen.
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