Planet Labs hat heute das erste Bild seines Satelliten Pelican-12 veröffentlicht. Damit zeigt das Unternehmen einen weiteren Fortschritt beim Ausbau seiner hochauflösenden Erdbeobachtung. Die angestrebte Bildqualität ist allerdings noch nicht erreicht: Kalibrierung und Absenkung auf die Betriebsumlaufbahn laufen weiter. An der Börse überzeugt die Nachricht bislang nicht: Die Aktie verzeichnet heute eine Tagesveränderung von -7,4%.

Höhere Auflösung bleibt das nächste Ziel

Die veröffentlichte Aufnahme zeigt Luanda in Angola. Nach Unternehmensangaben soll sich die Bildqualität während der laufenden Instrumentenkalibrierung und beim Erreichen der Zielumlaufbahn weiter verbessern. Das erste Bild ist damit ein technischer Zwischenstand und noch kein Nachweis der endgültig angestrebten Leistungsfähigkeit.

Pelican-12 liefert zunächst Aufnahmen der 50-cm-Klasse. Nach der Absenkung auf die Betriebsbahn ist der Satellit für Bilder der 30-cm-Klasse ausgelegt. Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied deshalb zwischen der bereits demonstrierten Bildaufnahme und dem noch ausstehenden Erreichen der vorgesehenen Auflösung.

An Bord befindet sich NVIDIA Jetson zur Datenverarbeitung direkt im Satelliten. Zusätzlich testet Planet ein Kommunikationspaket zur Verringerung der Datenlatenz. Neben schärferen Bildern arbeitet das Unternehmen damit auch daran, Daten schneller verfügbar zu machen.

Weitere Pelican-Missionen plant Planet für 2027. Japan, Schweden und Deutschland haben bereits Satellitenkapazitäten beauftragt. Der technische Ausbau trifft somit auf konkrete staatliche Nachfrage; die heutige Bildveröffentlichung selbst ist jedoch keine neue Auftragsmeldung.

Neue Anwendungen für Satellitendaten

Parallel erweitert Planet die Nutzung seiner Aufnahmen in der Landwirtschaft. Gestern vereinbarte das Unternehmen mit FarmQA die Entwicklung KI-gestützter Agronomie-Werkzeuge. Den Anfang macht ein Modell zur Ertragsprognose bei Zuckerrüben.

Das Vorhaben kombiniert Satellitenbilder von Planet mit Felddaten von FarmQA. Als Pilotanwendung ist der Einsatz bei Zuckerrüben-Kooperativen in der Anbausaison 2026 vorgesehen. Die Partner wollen Echtzeit-Ertragsprognosen verbessern und die Ernteplanung erleichtern.

Eine Ausweitung auf weitere Kulturen und Regionen ist geplant. Die Partnerschaft ergänzt damit den Ausbau der Satellitenkapazitäten um eine konkrete Anwendung. Ihr wirtschaftlicher Erfolg hängt daran, ob sich aus den kombinierten Daten verlässlichere Prognosen für landwirtschaftliche Betriebe entwickeln lassen.

Auftragsbestand muss Umsatz liefern

Für die finanzielle Einordnung bleibt der vorhandene Auftragsbestand wichtig. Zum Ende des zweiten Quartals im Geschäftsjahr 2027 lag er bei rund 815 Mio. USD. Das Management erwartet daraus mehr als 400 Mio. USD Umsatz in den folgenden vier Quartalen.

Die technische Entwicklung und neue Anwendungen stehen damit neben einer weiteren Aufgabe: Planet muss bestehende Zusagen in Erlöse umsetzen. Ein erstes Satellitenbild belegt Fortschritt im Betrieb, ersetzt aber keinen Nachweis profitablen Wachstums.

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 430–441 Mio. USD. Die nächsten Quartalsergebnisse werden für Dezember 2026 erwartet. Sie bieten den nächsten finanziellen Prüfpunkt dafür, wie sich der Kapazitätsausbau und die Nachfrage tatsächlich im Geschäft niederschlagen.