Plug Power hat am Montag Zahlen vorgelegt, die den Markt positiv überrascht haben – und die Aktie reagiert deutlich. Im heutigen Handel springt das Papier um 13,50 Prozent auf 2,09 Euro, nachdem es am Montag noch bei 1,84 Euro geschlossen hatte. Auslöser ist ein Quartalsbericht, der sowohl beim Umsatz als auch beim Verlust besser ausfiel als von Analysten erwartet.
Umsatz und Margen übertreffen Erwartungen
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Plug Power einen Umsatz von 178,3 Millionen US-Dollar und lag damit über der Konsensschätzung von 168,8 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen hob daraufhin seine Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 15 bis 16 Prozent an.
Der bereinigte Verlust je Aktie betrug 0,07 US-Dollar und fiel damit geringer aus als die von Analysten erwartete Marke von 0,08 US-Dollar. Der Nettoverlust nach GAAP schrumpfte im Jahresvergleich von 227,1 Millionen auf 188,2 Millionen US-Dollar.
Auch bei der Profitabilität zeigt sich Fortschritt: Die Bruttomarge lag bei minus 0,9 Prozent und damit nahe der Gewinnschwelle – ein deutlicher Sprung gegenüber minus 31 Prozent im Vorjahresquartal. Das Unternehmen bekräftigte sein Ziel, im vierten Quartal 2026 ein positives EBITDAS zu erreichen. Medienberichten zufolge legte die Aktie im vorbörslichen US-Handel bereits rund 8 Prozent zu, bevor die reguläre Sitzung begann.
Operatives Geschäft und neue Aufträge
Auf operativer Ebene lieferte Plug Power im zweiten Quartal 1.666 GenDrive-Brennstoffzelleneinheiten aus, ein Plus von 125 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Servicebereich wuchs um 82 Prozent auf rund 30 Millionen US-Dollar Umsatz und untermauert damit die wachsende Bedeutung des Bestandsgeschäfts neben den Neuinstallationen.
Parallel dazu baut das Unternehmen seine Projektpipeline im Bereich grüner Wasserstoff aus. Plug Power teilte die finale Investitionsentscheidung für ein 30-Megawatt-Projekt mit Carlton Power in Großbritannien mit und wurde für die Planungsphase eines 275-Megawatt-Vorhabens von Hy2gen in Québec ausgewählt.
Zudem sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag über einen 50-Megawatt-Elektrolyseur für den Hunter Valley Hydrogen Hub des Bergbauunternehmens Orica in Australien, nachdem dieses Projekt nach Quartalsende seine Investitionsentscheidung getroffen hatte.
Liquidität im Fokus
Die Finanzierungsseite bleibt für Anleger ein zentrales Thema. Plug Power erhielt 47 Millionen US-Dollar an kurzfristiger Liquidität aus dem Verkauf seines Projekts in Graham, Texas, sowie aus der gestaffelten Schließung des New-York-Gateway-Projekts. Beide Transaktionen sind Teil einer breiter angelegten Initiative zur Monetarisierung von Vermögenswerten im Umfang von 275 Millionen US-Dollar.
Bereits Ende Juli hatte das Unternehmen zwei strategische Transaktionen mit Stream US Data Centers bekanntgegeben, mit denen Infrastruktur optimiert und Wasserstofflösungen für Rechenzentren im Bereich künstliche Intelligenz geprüft werden sollen – nach eigenen Angaben soll dies die Liquidität um mehr als 275 Millionen US-Dollar verbessern.
Investoren und Insider
Auf der Eigentümerseite zeigt sich zunehmendes institutionelles Interesse. BlackRock meldete in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht Ende Juli eine Beteiligung von 12,8 Prozent an Plug Power mit 178.091.159 Aktien – ein Anstieg von 21,18 Prozent gegenüber der Meldung vom April.
Insgesamt hielten zuletzt 721 institutionelle Anleger zusammen mehr als eine Milliarde Aktien, wobei BlackRock und Vanguard Group die größten Positionen halten.
Gleichzeitig hat Executive Chairman Andrew Marsh laut einer Mitteilung bei der SEC am 28. Mai einen Rule-10b5-1-Handelsplan eingerichtet, der ab dem 27. August den Verkauf von bis zu 600.001 Aktien vorsieht.
Zur Einordnung: Die Ratingagentur Weiss Ratings hatte die Aktie Ende Juli von der Note „Sell (D-)“ auf „Sell (E+)“ herabgestuft – eine automatisierte Kennzahlenbewertung, die im Vergleich zu den operativen Fortschritten des Unternehmens wenig Gewicht hat.
Kursbild bleibt angespannt
Trotz des kräftigen Sprungs bleibt die Aktie ein volatiles Papier. Mit 2,09 Euro liegt sie weiterhin deutlich unter dem im Oktober vergangenen Jahres erreichten Jahreshoch. Die heutige Bewegung zeigt jedoch, wie sensibel der Markt auf operative Fortschritte bei Umsatz, Margen und Liquidität reagiert – Faktoren, die für die weitere Kursentwicklung in den kommenden Quartalen entscheidend bleiben dürften.
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