Plug Power steht vor entscheidenden Wochen. Bis Ende Juni muss ein wichtiger Anlagenverkauf gelingen. Das Ziel: Frisches Kapital für die angespannte Bilanz.

Millionen-Verkauf in New York

Der Wasserstoff-Spezialist trennt sich von seinem Projekt Gateway im Bundesstaat New York. Plug Power will den Verkauf bis spätestens 30. Juni 2026 abschließen. Das Unternehmen erwartet daraus Einnahmen von bis zu 142 Millionen US-Dollar.

Dieser Schritt markiert den Start einer größeren Strategie. Das Management plant dieses Jahr weitere Verkäufe. Insgesamt sollen so mehr als 275 Millionen US-Dollar in die Kasse fließen.

Steuergutschriften bringen frisches Geld

Parallel dazu nutzt das Unternehmen staatliche Förderungen. Anfang Juni verkaufte Plug Power eine Steuergutschrift für knapp 39 Millionen US-Dollar. Diese stammt aus der Wasserstoffanlage in St. Gabriel in Louisiana.

Solche Transfers erlaubt das US-Steuerrecht für saubere Energien. Bereits im Januar 2025 hatte der Konzern eine ähnliche Gutschrift veräußert.

Analysten loben Margen-Fortschritt

Der Druck auf die Kasse bleibt hoch. Im ersten Quartal verbrannte das operative Geschäft rund 150 Millionen US-Dollar. Ende März lagen die liquiden Mittel bei 802 Millionen US-Dollar.

Die jüngsten Quartalszahlen zeigten aber auch Lichtblicke. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 22 Prozent. Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich.

Die Investmentbank B. Riley reagierte positiv. Die Analysten hoben das Kursziel auf fünf US-Dollar an. Sie lobten die sinkenden Servicekosten und bestätigten ihre Kaufempfehlung.

Grünes Licht in Großbritannien

Abseits der Finanzen meldet Plug Power operative Erfolge. Das Barrow-Projekt in Großbritannien hat die finale Investitionsentscheidung erreicht. Dort liefert der Konzern sechs Elektrolyseure mit jeweils fünf Megawatt Leistung.

Die Anlage wird jährlich 100 Gigawattstunden grünen Wasserstoff produzieren. Abnehmer ist ein lokales Werk von Kimberly-Clark. Das Projekt spart künftig tausende Tonnen CO2 ein.

Aktie unter Druck

An der Börse spiegelt sich die operative Entwicklung kaum wider. Die Aktie notiert aktuell bei 2,49 Euro. Auf Wochensicht verlor das Papier fast 20 Prozent an Wert.

Damit hat der Kurs den Kontakt zum 52-Wochen-Hoch verloren. Der Abstand zu der Marke von 3,72 Euro beträgt rund 33 Prozent.

Das Management hält an seinem Ziel fest. Im vierten Quartal 2026 will der Konzern ein positives operatives Ergebnis erzielen. Der erfolgreiche Abschluss des New-York-Deals bis Ende Juni liefert den ersten Härtetest für diesen Plan.