Der US-Wasserstoffpionier Plug Power steckt tief im Überlebenskampf. Auf der einen Seite steht ein weiterhin extrem hoher Cash-Verbrauch, auf der anderen ein Notverkauf von Firmenvermögen, der dringend benötigtes Geld einbringen soll. Ob die Aktie ihren Erholungskurs seit dem Tiefststand vom September 2025 fortsetzen kann, entscheidet sich an der Frage, was schneller geht: der Zufluss von neuem Kapital oder das Verbrennen der vorhandenen Reserven.
Notverkäufe sollen 275 Millionen Dollar bringen
Die finanzielle Lage bleibt extrem angespannt. Ende Juni 2026 lagen lediglich noch rund 162 Millionen Dollar an frei verfügbaren Barmitteln in den Kassen. Um eine drohende Pleite abzuwenden, treibt das Management den Verkauf von Infrastruktur-Assets voran. Insbesondere Deals mit Rechenzentren in Texas und New York sollen kurzfristig über 80 Millionen Dollar einspielen. Insgesamt peilt der Konzern eine Liquiditätsspritze von mehr als 275 Millionen Dollar an. Das Unternehmen warnt jedoch selbst davor, dass weder der Zeitplan noch die tatsächliche Höhe dieser Erlöse garantiert sind.
Hoffnung auf die Wende im Jahresendspurt
Trotz der enormen Finanzsorgen macht die operative Entwicklung Mut. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um neun % auf 178,3 Millionen Dollar. Für das vierte Quartal kündigte CEO Jose Luis Crespo sogar ein positives operatives Ergebnis an. Zudem sorgen eine starke Projektpipeline im Elektrolyseur-Geschäft und Großaufträge von Stammkunden für Rückenwind.
Analysten sehen verlockendes Kurspotenzial
Die Aktie notiert derzeit bei etwa 1,88 Euro und hinkt ihren gleitenden Durchschnitten hinterher. Dennoch bleibt die Wall Street überraschend optimistisch: Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 3,55 Dollar. Für Anleger bleibt das Papier wegen der extrem hohen Schwankungsintensität ein heißes Eisen. Bucht Plug Power die angekündigten Erlöse rechtzeitig ein, ist der Weg nach oben frei – andernfalls droht weitere Verwässerung durch eine erneute Kapitalerhöhung.
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