Plug Power hat am dänischen Standort Måde einen neuen 5-Megawatt-PEM-Elektrolyseur erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage läuft und soll künftig jährlich rund 550 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Doch an der Börse löste die Nachricht nur ein müdes Schulterzucken aus. Der Aktienkurs verharrte träge bei 2,31 Euro. Das zeigt überdeutlich, wie tief das Misstrauen der Anleger mittlerweile sitzt. Operative Teilerfolge werden vom Markt schlicht nicht mehr als echter Wendepunkt akzeptiert. Heute ging es sogar noch massiver abwärts. -7,6 % wurden verbucht, weil Technik-Aktien abgestraft worden sind. Die Aktie kommt auf nur noch 2,15 Euro!
Der brennende Berg an Schulden
Die anhaltende Skepsis hat handfeste Gründe, denn die finanzielle Lage des Wasserstoff-Pioniers bleibt extrem angespannt. Plug Power schleppt eine drückende Schuldenlast von rund einer Milliarde Dollar mit sich herum und hat allein im ersten Quartal wieder 150 Millionen Dollar an Cash verbrannt. Gleichzeitig dümpelt der wichtige Auftragsbestand bei den Elektrolyseuren auf einem historischen Mehrjahrestief vor sich hin. Wenn der Konzern bis zum vierten Quartal nicht wie versprochen ein positives operatives Ergebnis (EBITDAS) einfährt, drohen neue, den Kurs schmerzhaft verwässernde Kapitalmaßnahmen.
Hoffnungsschimmer gegen die Skepsis
Dabei gibt es durchaus Argumente für die Zweckoptimisten. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz immerhin um 22 % auf 163,5 Millionen Dollar. Zudem hat Plug Power mit dem 30-Megawatt-Projekt im britischen Barrow einen fest finanzierten Auftrag in der Tasche, der echtes Geld einbringt. Auch die Zwölf-Monats-Performance der Aktie kann sich mit einem Plus von fast 97 % eigentlich sehen lassen. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt aktuell bei optimistischen 3,17 Euro.
Gefangen im Chart-Käfig
Rein charttechnisch sitzt der Titel momentan in der Zwickmühle. Das Papier notiert nur haarscharf über dem 200-Tage-Durchschnitt von 2,26 Euro, während die 50-Tage-Linie bei 2,77 Euro wie ein dicker Deckel nach oben wirkt. Angesichts einer enormen Volatilität von über 64 % müssen sich Anleger wohl auf weiterhin heftige Ausschläge in beide Richtungen einstellen.
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