Plug Power hat sich frisches Geld gesichert — und trotzdem fällt die Aktie. Innerhalb von 30 Tagen verlor das Papier mehr als ein Viertel seines Wertes. Das Unternehmen arbeitet hart an seiner Sanierung, aber der Markt zeigt sich skeptisch.

Liquidität durch Steuerkredit-Verkäufe

Im Kern der jüngsten Finanzierungsmaßnahme steht ein Bundessteuerguthaben. Plug Power übertrug einen Investitionssteuerkredit von 44 Millionen Dollar, der mit seiner Wasserstoff-Verflüssigungsanlage im louisianischen St. Gabriel zusammenhängt. Bereits im Januar 2025 hatte das Unternehmen auf dieselbe Weise 30 Millionen Dollar für sein Projekt in Woodbine, Georgia, eingenommen.

Solche Steuerkredit-Transfers sind ein gängiges Instrument, um Liquidität zu schaffen, ohne neue Aktien auszugeben. Plug Power nutzt den Spielraum, den der US Inflation Reduction Act bietet.

Projekt Quantum Leap: Ehrgeizige Ziele, langer Weg

Das frische Kapital fließt in das Sparprogramm „Project Quantum Leap“. CEO José Luis Crespo treibt dabei die vertikale Integration voran. Konkret heißt das: mehr Wasserstoff selbst produzieren, weniger von teuren Drittanbietern kaufen.

Das zeigt erste Wirkung. Die Bruttomarge verbesserte sich von minus 55 Prozent im ersten Quartal 2025 auf minus 13 Prozent im ersten Quartal 2026. Negativ bleibt sie dennoch. Die Anlagen in Georgia, Tennessee und Louisiana produzieren zusammen rund 40 Tonnen Flüssigwasserstoff pro Tag.

Das Elektrolyseur-Geschäft wächst ebenfalls. Plug Power liefert ein 275-MW-System für ein Projekt in Québec und hat kürzlich eine finale Investitionsentscheidung für ein 30-MW-Projekt im britischen Barrow-in-Furness getroffen.

Die Profitabilitätsziele sind gestaffelt: positives EBITDA bis Ende 2026, positives operatives Ergebnis bis Ende 2027, Gesamtprofitabilität bis Ende 2028.

Kurs weit unter Jahreshoch

An der Börse spiegelt sich die Aufbruchsstimmung kaum wider. Die Aktie notiert bei 2,40 Euro — rund 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro, das erst Anfang Juni erreicht wurde. Der RSI liegt bei 34, was auf überverkauftes Terrain hindeutet.

Auf Jahressicht hat das Papier allerdings mehr als verdoppelt. Das zeigt, wie volatil die Plug-Power-Aktie bleibt: Wer im Juni 2025 zum Tief von 0,94 Euro eingestiegen ist, sitzt auf einem Gewinn von über 150 Prozent.

Entscheidend wird nun sein, ob das Management die Marge im zweiten Quartal 2026 weiter in Richtung null drücken kann. Gelingt das, wäre das erste echte Argument für eine Stabilisierung des Kurses.