Die Plug-Power-Aktie hat am Dienstag im deutschen Handel 1,29 % auf 1,92 Euro zugelegt. Der Börsenwert liegt damit bei rund 3,21 Milliarden Euro. Auffällig bleibt die große Spannweite der Analystenkursziele: Fünf Experten kommen bei der Bewertung des Wasserstoffunternehmens zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Der Grund liegt vor allem in den Annahmen über die weitere Geschäftsentwicklung. Plug Power ist in einem Wasserstoffmarkt mit langfristigem Wachstumspotenzial aktiv, benötigt bislang aber erhebliche finanzielle Mittel. Schon unterschiedliche Erwartungen zu Bruttomarge, Kosten und Kapitalbedarf führen deshalb zu stark abweichenden Unternehmenswerten.

Besondere Bedeutung hat der Cashverbrauch. Gelingt es Plug Power, die Mittelabflüsse zu reduzieren, verlängert sich die finanzielle Reichweite. Bleiben Verluste und Kapitalbedarf hoch, steigt dagegen die Wahrscheinlichkeit weiterer Finanzierungsmaßnahmen. Für bestehende Aktionäre können Kapitalerhöhungen eine Verwässerung ihrer Beteiligung bedeuten. Eng damit verbunden ist die Bruttomarge. Verbesserungen zeigen, dass Plug Power mit seinen Produkten und Projekten einen größeren Anteil des Umsatzes nach den direkten Kosten behält. Das ist bei einem Unternehmen mit hohem Mittelbedarf aussagekräftiger als Umsatzwachstum für sich genommen.

Analysten sind für die Aktie noch immer zuversichtlich

Die fünf Analystenbewertungen bilden deshalb unterschiedliche wirtschaftliche Szenarien ab. Optimistischere Modelle unterstellen schneller steigende Margen und einen sinkenden Finanzierungsbedarf. Vorsichtigere Berechnungen setzen längere Verlustphasen und zusätzlichen Kapitalbedarf an. Im Kern sind Analysten am Ende der Meinung, die Aktie könnte deutlich steigen und somit auch die Marke von 2 Euro weit überbieten, so heißt es in den Schätzungen.

Für die nächsten Neubewertungen liefern vor allem Kosten, Bruttomarge und Cashverbrauch neue Anhaltspunkte. Erst eine deutliche Verringerung der Mittelabflüsse würde Plug Power mehr finanziellen Spielraum verschaffen und das Risiko weiterer Verwässerung reduzieren.