Plug Power verschafft sich in einer kritischen Phase spürbare finanzielle Luft. Durch clevere Deals im Bereich von Rechenzentren und einen neuen Großauftrag aus Australien fließen dem angeschlagenen Wasserstoff-Spezialisten über 275 Millionen US-Dollar an Liquidität zu.

Cleverer Brückenbau mit Rechenzentren

Besonders der Verkauf von Projekten an Stream US Data Centers bringt sofortige Entlastung. Allein das Projekt im texanischen Graham spült kurzfristig 50 Millionen Dollar in die Kassen, insgesamt wächst das Polster hier um über 80 Millionen Dollar. Zusätzlich sicherte sich Plug Power mindestens 132,5 Millionen Dollar durch den Verkauf eines Geländes inklusive Netzinfrastruktur in New York. Der Grund für den Boom: Die dortigen Kapazitäten sind extrem knapp, weil der Stromhunger von Rechenzentren explodiert ist. Plug Power profitiert hier als Infrastrukturverkäufer in einer Zeit, in der der Bundesstaat ein Moratorium für Neubauten verhängt hat.

Ein Fuß in Down Under

Auch operativ gibt es ein wichtiges Lebenszeichen. Aus Australien meldet das Unternehmen einen 50-Megawatt-Auftrag für einen PEM-Elektrolyseur. Der Chemiekonzern Orica will damit einen Teil seines Erdgasverbrauchs durch grünen Wasserstoff ersetzen. Das zeigt zwar, dass die eigene Technologie im industriellen Maßstab absolut gefragt ist, doch im Vergleich zur gesamten Bilanzsumme bleibt dieser Erfolg ein kleinerer Baustein auf dem langen Weg zur Profitabilität.

Die Skepsis an der Börse bleibt groß

Trotz dieser Erfolgsmeldungen reagiert die Aktie kaum und verharrt unter Druck. Anleger bleiben extrem vorsichtig, was vor allem an der massiven Verwässerung der vergangenen Jahre liegt: Die Zahl der ausstehenden Aktien schoss in fünf Jahren um rund 700 % nach oben. Zwar deutet der überverkaufte Zustand des Papiers auf eine kurzfristige technische Gegenbewegung hin, doch für nachhaltiges Vertrauen muss Plug Power erst beweisen, dass das operative Geschäft auch ohne den Verkauf von Anlagen und Grundstücken dauerhaft tragen kann.