Plug Power steht unter enormem Zeitdruck. Bis zum 30. Juni muss der Verkauf des Projekts Gateway über die Bühne gehen. Gelingt der Deal mit Stream Data Centers nicht, droht ein finanzieller Engpass. Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und der Skepsis am Markt ist unübersehbar.
Eigentlich lieferte das Wasserstoff-Unternehmen zuletzt starke Zahlen. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 22 Prozent auf rund 164 Millionen US-Dollar. Parallel dazu verbesserte sich die Bruttomarge deutlich. Der bereinigte Verlust je Aktie schrumpfte spürbar.
Den Markt beruhigt das kaum. Die Aktie verlor im vergangenen Monat fast 30 Prozent an Wert und notiert aktuell bei 2,31 Euro. Damit rutschte der Kurs weit unter wichtige gleitende Durchschnitte.
Kampf um frisches Kapital
Der Fokus liegt nun auf dem New Yorker Standort Gateway. Plug Power will das Land und die Infrastruktur an Stream Data Centers abtreten. Der Konzern erwartet daraus Bruttoerlöse von mindestens 132,5 Millionen US-Dollar. Bis zu 142 Millionen US-Dollar sind insgesamt möglich.
Das Geld wird dringend benötigt. Plug Power verbrennt weiterhin viel Kapital. Um die Liquidität zu sichern, verkaufte das Management kürzlich Steuergutschriften für knapp 70 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt eine neue Aktienregistrierung über 25 Millionen Stück für Mitarbeiterprogramme.
Solche Maßnahmen wecken bei Investoren sofort Angst vor Verwässerung. Kein Wunder. Die Zahl der ausstehenden Aktien bleibt ein wunder Punkt für die Aktionäre.
Zölle belasten die Lieferkette
Operativ kämpft Plug Power mit neuen Hürden. Das Brennstoffzellen-Geschäft leidet unter Importzöllen. Auf europäische Elektrolyseure und chinesische Bauteile fallen nun 20 Prozent an. Das Management rechnet kurzfristig mit Gegenwind. Der Konzern muss seine Lieferkette nun auf heimische Anbieter umstellen.
Analysten bewerten die Lage sehr unterschiedlich. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 3,62 US-Dollar. Die Spanne reicht dabei von 75 Cent bis hin zu sieben Dollar. Dies spiegelt die tiefe Unsicherheit über die künftige Profitabilität wider.
Der Weg zur Profitabilität
Die langfristigen Ziele sind klar. Bis zum vierten Quartal 2026 will Plug Power ein positives operatives Ergebnis erreichen. Ab 2028 plant das Management die vollständige Profitabilität. Der Auftragsbestand von über acht Milliarden US-Dollar stützt diese Ambitionen.
Kurzfristig entscheidet aber der 30. Juni über die Stimmung. Schließt Plug Power den Gateway-Verkauf fristgerecht ab, fließt dringend benötigtes Kapital. Platzt der Deal, rücken die alten Sorgen um Finanzierung und Verwässerung sofort wieder in den Vordergrund.
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