Einige Verlusttage in Folge hatten die jüngste Entwicklung bei Plug Power absolut ins Rutschen gebracht. Nun hatte der Titel zum Ende der vergangenen Woche ordentlich aufgesattelt. Am Montag folgten Gewinnmitnahmen, sodass nun am Dienstag der Start mit dem Abschlag von -4,2 % vom gestrigen Tag einen Kurs von 1,87 Euro mitbringt: Das ist die Chance, nach oben durchzubrechen, meinen Analysten. Und dennoch fehlt noch etwas. Die Aktie lebt noch immer von der Phantasie, im laufenden Jahr könne es eine Wende geben.

Die Wende in Zahlen

Der Umsatz erreichte im zweiten Quartal 178,3 Millionen Dollar und übertraf damit nach den vorliegenden Angaben die Analystenerwartungen. Gleichzeitig verringerte sich der bereinigte Verlust je Aktie auf minus 0,07 Dollar und fiel ebenfalls besser aus als erwartet.

Besonders deutlich fiel die Veränderung bei den Margen aus. Nachdem die Konzern-Bruttomarge im ersten Quartal noch bei minus 13 % gelegen hatte, verbesserte sie sich im zweiten Quartal auf minus 0,9 %. Im Ausrüstungsgeschäft wurde sogar erstmals seit dem dritten Quartal 2023 wieder eine positive Bruttomarge erreicht. Parallel reduzierte Plug Power seine operativen Kosten gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu um die Hälfte auf rund 62 Millionen Dollar.
Auch auf der Absatzseite legte das Geschäft zu. Der Wasserstoff-Absatz stieg um 15 %, während das Servicegeschäft ebenfalls wuchs. Plug Power erhöhte zudem seine Umsatzprognose für 2026 und bekräftigte das Ziel, im vierten Quartal 2026 ein positives EBITDA zu erreichen. Diese Vorgabe erhält durch die jüngsten Fortschritte bei Kosten und Bruttomarge zusätzliche Bedeutung.

Eine wesentliche Belastung kam zuletzt aus dem Zinsumfeld. Steigende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen erhöhten den Druck auf kapitalintensive Wachstumsunternehmen, deren Bewertungen stark von künftig erwarteten Cashflows abhängen. Auch Bloom Energy geriet in diesem Umfeld unter Druck. Der Abstand von Plug Power zum 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro, das am 6. Oktober 2025 erreicht worden war, betrug zwischenzeitlich rund 53 %.

Jetzt gewinnen die Analysten wieder etwas mehr Kraft: Die gehen von einem Turnaround und höheren Kurszielen aus. Die Zinsseite hatte ggf. zu viel Skepsis hervorgebracht.