Für Plug Power begann die Woche am Montag versöhnlich. Die Aktie geht mit einem kleinen Aufschlag von 0,88 % und einem Kurs von 1,90 Euro in die neue Woche. Dann setzten direkt wieder Gewinnmitnahmen ein. Das Papier verlor auf nur noch 1,87 Euro und damit -1,2 %. Dabei befindet sich das Papier inzwischen in einem technischen Abwärtstrend. Das hat durchaus Bedeutung, weil sich auch algorithmische Handelssysteme an entsprechenden technischen Indikatoren orientieren.

Die Notierungen weisen beim sogenannten RSL 130, einem mittelfristigen Trendindikator, derzeit einen Wert von 0,84 auf. Das bedeutet, dass zur Pari-Marke von 1 ein Abstand von knapp 20 % besteht. Die Aktie müsste also um rund 20 % zulegen, um aus Sicht vieler technischer Analysten zumindest wieder als Seitwärtstrend eingestuft zu werden.

Plug Power: Der richtige Schwung scheint aktuell noch zu fehlen

Charttechniker bemängeln zudem, dass die Aktie die Marke von 2 Euro nach unten durchbrochen hat. Gleichzeitig kämpft das Papier auch um die psychologisch wichtige Marke von 2 US-Dollar. Insgesamt haben sich die technischen Signale damit deutlich eingetrübt.

Fundamental wird Plug Power dagegen weiterhin als interessantes Wasserstoffunternehmen angesehen. Die Amerikaner hatten in den vergangenen Monaten unter anderem davon profitiert, dass im März ein neuer Vorstandsvorsitzender übernommen und unmittelbar ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm angekündigt hatte. Dieses soll die Margen des Unternehmens verbessern, auch wenn diese weiterhin im negativen Bereich liegen.

Nun wird es allerdings darauf ankommen, dass Plug Power die Vorschusslorbeeren der Analysten mit entsprechenden Geschäftszahlen untermauern kann.

Ein Grund für die jüngste Kursschwäche dürfte in den strategischen Anlagenverkäufen liegen. So wurde das Projekt in Graham veräußert, zudem wurden Anpassungen am New York Gateway Project vorgenommen. Insgesamt sollen diese Maßnahmen Liquiditätszuflüsse von rund 250 Millionen US-Dollar ermöglichen, ohne dass hierfür eine Kapitalerhöhung erforderlich wird.

Diese Transaktionen werden an den Börsen jedoch kritisch gesehen. Offenbar befürchten Investoren, dass Plug Power weiterhin mit Liquiditätsproblemen kämpfen könnte. Zudem sind strategische Verkäufe häufig schwer zu bewerten, weil zunächst unklar bleibt, welche Auswirkungen sie langfristig auf die operative Entwicklung des Unternehmens haben.

Auf der anderen Seite bestehen weiterhin Hoffnungen auf eine stärkere operative Entwicklung. Noch im Juli konnte Plug Power einen bedeutenden Auftrag gewinnen. Dabei geht es um einen 50-Megawatt-Elektrolyseur für den Hunter Valley Hub in Australien. Darüber hinaus wurde ein 5-Megawatt-System erfolgreich in Betrieb genommen. Die Erwartung ist nun, dass sich diese Aufträge künftig auch in den Quartalszahlen widerspiegeln.

Rund um die Veröffentlichung der Quartalszahlen begegnet der Markt Plug Power allerdings traditionell mit einer gewissen Skepsis. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit die Erwartungen mehrfach verfehlt. Am 10. August sollen nun die nächsten Quartalszahlen vorgelegt werden. Analysten rechnen derzeit bei einem Umsatz von etwa 168 Millionen US-Dollar mit einem Verlust von rund 0,08 US-Dollar je Aktie.

Letztlich bleibt die zentrale Frage, wie Plug Power in den kommenden Jahren nachhaltig wachsen will. Analysten scheinen diese Unsicherheit derzeit allerdings weniger stark zu gewichten. Im Durchschnitt liegen ihre Kursziele noch immer rund 63 % über dem aktuellen Kursniveau. Das ist durchaus ambitioniert für ein Unternehmen, das operativ weiterhin unter erheblichem Druck steht.