5,52 % Plus am Freitag auf 1,98 Euro zeigten, dass die Plug-Power-Aktie zuletzt wieder Käufer fand. Der Kursanstieg trifft auf ein Unternehmen, das seine operative Basis derzeit grundlegend umbaut: Weg von stark verlustbehaftetem Wachstum und hin zu einer wirtschaftlicheren Wasserstoffproduktion sowie profitableren Elektrolyseurprojekten.

Ein wichtiger Baustein ist die eigene Produktion. Plug Power betreibt inzwischen Anlagen in Georgia, Tennessee und Louisiana mit einer gemeinsamen Kapazität von 40 Tonnen Wasserstoff pro Tag. Das Netz beliefert unter anderem Amazon, Walmart und BP und soll den Konzern unabhängiger von Preisschwankungen auf dem externen Wasserstoffmarkt machen.

Plug Power: Hier geht es durchaus voran!

Auch bei den Margen sind Fortschritte sichtbar. Im Treibstoffgeschäft verbesserte sich die Bruttomarge von minus 91 % auf minus 48 %. Das Segment arbeitet damit zwar weiterhin deutlich defizitär, die Entwicklung zeigt jedoch eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Im zweiten Quartal näherte sich zudem die gesamte Bruttomarge der Nulllinie an, nachdem sie im Vergleichsquartal noch bei minus 31 % gelegen hatte.

Zudem setzt Plug Power auf größere Elektrolyseurprojekte. Dazu gehören eine 100-Megawatt-Anlage für die GALP-Raffinerie in Portugal sowie ein Engineering-Auftrag über 275 Megawatt in Kanada. Solche Projekte könnten künftig höhere und margenstärkere Umsätze liefern.

Der Strategiewechsel war auch eine Reaktion auf den Rückschlag von 2025. Nachdem das „One Big Beautiful Bill Act“ die steuerlichen Anreize der 45V-Wasserstoffförderung reduzierte, legte Plug Power am 13. November 2025 Projekte im Umfang von 1,7 Mrd. US-Dollar in Texas und New York auf Eis. Seitdem konzentriert sich der Konzern stärker darauf, vorhandene Infrastruktur wirtschaftlicher zu nutzen.

Die Börse bleibt trotz der Fortschritte vorsichtig. Vom Rekordhoch bei 4,04 Euro ist die Aktie noch 53 % entfernt, liegt aber auf Jahressicht 42 % im Plus. Das durchschnittliche Analystenkursziel von 3,55 US-Dollar signalisiert zwar weiteres Potenzial, doch entscheidend wird das vierte Quartal: Plug Power will dann erstmals ein positives EBITDAS erreichen. Gelingt dieser Schritt, könnte die operative Wende an Glaubwürdigkeit gewinnen. Scheitert er, dürfte die hohe Schwankungsanfälligkeit schnell wieder in den Vordergrund rücken.