Einen rasanten Wochenbeginn schafft die amerikanische Aktie der Plug Power. Gut 5,9 % Plus stehen auf den Kurstafeln, womit die Aktie immerhin auf 1,996 Euro kommt. Weniger genau gerundet sind es 2 Euro: Die Hürde ist geknackt!

Und dennoch gibt es immer wieder deutliche Zweifel. Plug Power kämpft seit Jahren mit der gewaltigen Kluft zwischen grüner Wasserstoff-Zukunft und roter Bilanz-Gegenwart. Am heutigen 10. August zeigt sich nach US-Börsenschluss erneut, wie standfest das Fundament wirklich ist. Die Prognosen zeichnen ein zutiefst zwiespältiges Bild: Während Experten den Verlust pro Aktie bei 0,08 US-Dollar und den Umsatz bei 169,1 Millionen US-Dollar erwarten, sinken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 3,6 Prozent. Dieser spürbare Dämpfer verunsichert Anleger zusehends.

Notverkäufe sichern das Überleben

Um den enormen Cash-Burn wirksam abzufedern, greift das Management inzwischen zu radikalen Mitteln. Verkäufe von Projektanteilen in Texas und New York schwemmten zuletzt rund 80 Millionen US-Dollar in die klammen Kassen. Diese Finanzspritzen verschaffen zwar wertvolle Verschnaufpausen, heilen aber die tiefen strukturellen Ursachen nicht. Immerhin laufen die Triebwerke nicht komplett leer: Neue Electrolyser-Aufträge aus Australien und erfolgreiche Inbetriebnahmen in Dänemark beweisen, dass die Nachfrage nach der Technologie lebt. Das Tempo bleibt jedoch weit hinter den früheren Hype-Versprechungen zurück.

Machtwechsel an der Spitze

Auch in der Teppichetage bleibt kein Stein auf dem anderen. Der neue Chef Jose Luis Crespo soll zusammen mit einem umgebauten Board of Directors das Ruder endlich herumreißen. Dass durchaus operatives Potenzial im Geschäft steckt, deutete das Startquartal an – immerhin kletterte der Umsatz um 22 Prozent und die Margen zogen kräftig an.

Die anstehenden Quartalszahlen müssen jetzt geliefert werden. Sie zeigen unmissverständlich, ob der Markt noch an die Wende glaubt oder das Vertrauen endgültig verspielt ist.