Plug Power kommt nicht zur Ruhe. Die Aktie des Wasserstoff-Technologiekonzerns fiel am Freitag um 4,24 Prozent auf 1,85 Euro. Damit hat das Papier binnen 30 Tagen fast 20 Prozent verloren.

Der jüngste Rückgang bringt die Aktie tief in überverkauftes Terrain. Der 14-Tage-RSI liegt bei 31,4 – ein Wert, der eigentlich Erholung erwarten lässt. Stattdessen setzt sich die Talfahrt fort, während Anleger einen konkreten Liquiditätsplan mit anhaltenden Sorgen um den Cash-Verbrauch abwägen.

Zwei Deals sollen frisches Geld bringen

Plug Power arbeitet an zwei Transaktionen, die die Bilanz stabilisieren sollen. Der Verkauf eines Projekts im texanischen Graham soll um den 31. Juli abgeschlossen werden. Der Käufer Stream US Data Centers zahlt bei Closing 50 Millionen Dollar, weitere 26,5 Millionen Dollar hängen von einer bestätigten Netzkapazität ab. Hinzu kommen rund 14 Millionen Dollar aus freigegebenen Sicherheiten – macht in Summe bis zu 90,5 Millionen Dollar.

Ein zweiter Deal in New York wurde neu verhandelt. Der Festpreis liegt bei 142 Millionen Dollar, die Frist für den Abschluss verschiebt sich auf den 31. März 2027. Regulatorische und umweltrechtliche Genehmigungen stehen noch aus.

Das Problem: Die Summen wirken groß, lösen das Grundproblem aber nur teilweise. Der geplante Liquiditätszuwachs von rund 80 Millionen Dollar deckt laut Analysten nur etwa die Hälfte dessen, was Plug Power allein im ersten Quartal verbrannt hat. Der operative Cash-Abfluss lag bei 150 Millionen Dollar, dazu kamen Investitionsausgaben von 8,1 Millionen Dollar.

Eine erste Reichweitenrechnung zeigt das Ausmaß: Der Kassenbestand im Juni deckte rein rechnerisch etwa 3,1 Monate Betrieb. Fließen die geplanten Zuflüsse aus beiden Transaktionen ein, steigt dieser Wert auf gut 4,6 Monate.

Verwässerung bleibt der wunde Punkt

Operativ lief es im ersten Quartal eigentlich gut. Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 163,5 Millionen Dollar. Allerdings wuchs die gewichtete Aktienzahl im selben Zeitraum um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein deutliches Zeichen für anhaltende Verwässerung der Anteilseigner.

Genau diese Kombination aus Wachstum und Verwässerung macht die Aktie für viele Investoren schwer greifbar. Steigende Umsätze bringen wenig, wenn der Wert je Aktie parallel schrumpft.

Die Stimmung an der Wall Street bleibt entsprechend zurückhaltend. Susquehanna-Analyst Charles Minervino vergab am 10. Juli ein „Hold“-Rating. BMO Capital bestätigte am 17. Juli seine „Sell“-Einstufung. RBC Capital bekräftigte Mitte Juli ebenfalls eine neutrale Haltung. Ein einheitliches Bild: vorsichtig bis skeptisch, während der Konzern seinen Turnaround-Plan umsetzt.

Zwei Termine entscheiden über den Sommer

Die kommenden Wochen liefern konkrete Prüfsteine. Der Texas-Deal soll um den 31. Juli abgeschlossen werden, ein genaues Datum für die Zahlen zum zweiten Quartal hat Plug Power noch nicht genannt. Beide Transaktionen stehen unter Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen, der Texas-Bonus zusätzlich unter dem Vorbehalt der Netzkapazitätsprüfung.

Für die Aktie bedeutet das: Erst wenn der Texas-Verkauf tatsächlich vollzogen ist und die Quartalszahlen eine spürbar geringere Cash-Verbrennung zeigen, dürfte sich der technische Abwärtstrend wirklich drehen.