Der Turnaround bei Plug Power an den Börsen läuft aktuell etwas. Die Notierungen sind gestern um fast 6 % geklettert und klopfen mit 1,97 Euro an der wichtigen 2-Euro-Marke. Eine positive Nachricht, die vor kurzem für Schlagzeilen sorgte, könnte noch nachwirken.
Bei Plug Power könnte ausgerechnet das bestehende Kundengeschäft wichtiger für den Turnaround werden als die nächste spektakuläre Ankündigung eines Wasserstoff-Großprojekts. Zwei der größten Materialhandling-Kunden planen, innerhalb der kommenden drei Jahre mehr als 20.000 GenDrive-Brennstoffzellen zu erneuern. Sollte dieses Volumen tatsächlich realisiert werden, würde sich für das Unternehmen eine potenziell deutlich planbarere Umsatzquelle eröffnen.
Neue Chancen für die Plug Power
Darin liegt der strategische Unterschied zu vielen bisherigen Wachstumsgeschichten von Plug Power. Große Wasserstoffprojekte und neue Partnerschaften sorgten zwar regelmäßig für Aufmerksamkeit, führten bislang aber nicht zu einem dauerhaft profitablen Geschäftsmodell. Das sogenannte Refresh-Geschäft könnte dagegen stärker auf bestehenden Kundenbeziehungen basieren und wiederkehrende Nachfrage schaffen.
Erste Hinweise auf diese Entwicklung liefert bereits das zweite Quartal. Plug Power brachte 1.666 GenDrive-Einheiten an Kunden und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Der Quartalsumsatz erreichte 178,3 Mio. US-Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 169,11 Mio. Dollar. Auch der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit -0,07 Dollar etwas geringer aus als die erwarteten -0,08 Dollar.
Ein besonders wichtiges Signal kam aus dem Equipment-Geschäft. Dort erzielte Plug Power mit rund 2 % erstmals seit dem dritten Quartal 2023 wieder eine positive Bruttomarge. Der Wert ist noch niedrig, markiert aber einen Schritt in die richtige Richtung. Für einen nachhaltigen Turnaround muss aus einzelnen Fortschritten nun allerdings eine dauerhaft steigende Profitabilität entstehen.
Während die operative Entwicklung vorsichtige Hoffnung weckt, gehen die Einschätzungen über die Aktie weit auseinander. H.C. Wainwright blieb kürzlich bei einer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 7,00 US-Dollar, während BMO Capital Markets weiterhin zum Verkauf rät und lediglich 1,30 Dollar für angemessen hält. Gleichzeitig stockten mehrere institutionelle Investoren ihre Positionen auf. Renaissance Technologies kaufte im vergangenen Quartal weitere 13,7 Mio. Aktien und hält inzwischen mehr als 27,7 Mio. Stück.
Am Ende sind Analysten jetzt im Konsens aber noch immer zuversichtlich. Die Kursziele sind effektiv hoch!
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