Nicht die Wasserstofftechnologie selbst steht bei Plug Power derzeit im Mittelpunkt, sondern die Frage nach der Finanzierung des weiteren Unternehmensumbaus. Um die Bilanz zu stärken, setzt der US-Konzern zunehmend auf den Verkauf ausgewählter Vermögenswerte und die Nutzung staatlicher Förderinstrumente. Ziel ist es, zusätzliche Liquidität zu schaffen, ohne erneut auf umfangreiche Kapitalerhöhungen angewiesen zu sein.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der geplante Verkauf von Grundstücken und Netzanschlüssen in Texas an den Betreiber Stream US Data Centers, der vor kurzem gemeldet worden war. Je nach Erfüllung der vereinbarten Bedingungen könnte Plug Power daraus Erlöse von bis zu 90,5 Millionen US-Dollar erzielen. Parallel wurde auch der Verkauf eines Projekts in New York neu strukturiert. Hinzu kommen 39,2 Millionen US-Dollar aus der Monetarisierung staatlicher Investitionssteuergutschriften für das Werk in Louisiana.

Das Ganze ist an den Börsen bis dato nicht honoriert worden. Mit nun 1,84 Euro geht das Papier in das Wochenende, was erneut einem massiven Abwärstrend entspricht. Auf die wichtigen technischen Indikatoren fehlen den Amerikanern aktuell mehr als 22 %. Dies wiederum ist ein Alarmsignal.

Die Lage ist nicht gut

Trotz der zusätzlichen Mittel bleibt die finanzielle Lage angespannt. Analysten verweisen darauf, dass der operative Mittelabfluss weiterhin hoch ist und die Verkaufserlöse den Liquiditätsbedarf lediglich für einen begrenzten Zeitraum verlängern. Im ersten Quartal belief sich der operative Cash-Abfluss auf rund 150 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig hat die deutlich gestiegene Zahl ausstehender Aktien den Wert je Anteil verwässert, obwohl der Umsatz im Jahresvergleich um 22 % auf 163,5 Millionen US-Dollar zulegen konnte.

Entsprechend vorsichtig fällt die Einschätzung vieler Analysten aus. Während einige Häuser die Entwicklung zunächst neutral bewerten oder sogar zum Verkauf raten, gilt vor allem der erfolgreiche Abschluss des Texas-Geschäfts als wichtiger Meilenstein. Ein Teil der vereinbarten Zahlung hängt allerdings noch von der Bestätigung der verfügbaren Netzkapazität ab. Zudem richtet sich der Blick auf die kommenden Quartalszahlen, die zeigen sollen, ob der Mittelabfluss tatsächlich spürbar sinkt.

Damit bleibt die Finanzierung der entscheidende Faktor für den weiteren Turnaround. Gelingt es Plug Power, die angekündigten Transaktionen erfolgreich abzuschließen und den Liquiditätsverbrauch nachhaltig zu senken, könnte dies dem Unternehmen den nötigen finanziellen Spielraum verschaffen, um die Neuausrichtung umzusetzen. Die Börsen senken derweil den Daumen. Analysten sehen noch sehr hohe Kursziele!