Der US-Wasserstoffpionier Plug Power navigiert derzeit durch stürmisches Fahrwasser. Operative Fortschritte im internationalen Geschäft und tiefgreifende Finanzierungsprobleme im Heimatmarkt liegen eng beieinander. Während das europäische Projektgeschäft an Fahrt gewinnt, setzt der Verlust einer wichtigen US-Kreditgarantie den Konzern unter Zugzwang.

Barrow Green: Internationaler Durchbruch nimmt Form an

Ein starkes Signal für die Substanz abseits des US-Marktes liefert Großbritannien. Mit der finalen Investitionsentscheidung für das Wasserstoffprojekt Barrow Green treibt der Konzern seine europäische Pipeline konsequent voran. Das Vorhaben ist Teil eines 55-Megawatt-Zuschlags aus dem Jahr 2025 und umfasst neben den 30 Megawatt in Barrow Green weitere Standorte in Trafford und Langage. Dieser Schritt beweist, dass Plug Power in der Lage ist, Großprojekte auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zur Umsetzungsreife zu führen.

US-Kreditgarantie gestrichen, aber vom Markt abgehakt

Auf der Kehrseite steht ein empfindlicher Dämpfer im Heimatmarkt. Das US-Energieministerium hat die Vereinbarung über eine milliardenschwere Kreditgarantie offiziell aufgekündigt, da die Voraussetzungen nicht fristgerecht erfüllt wurden. Unternehmensseitig ordnet man den Schritt gelassen ein: Die betroffenen US-Projekte wurden ohnehin bereits Ende 2025 auf Eis gelegt. Anleger reagierten überraschend gelassen mit leichten Kursgewinnen – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt diesen Rückschlag längst eingepreist hatte und das Ausbleiben weiter rechtlicher Unsicherheiten positiv wertet.

Frische Liquidität und operative Aufhellung

Finanziell zeigt sich ein vielschichtiges Bild. Die jüngsten Quartalszahlen wiesen einen Umsatz von 178 Millionen Dollar aus, während die Bruttomarge spürbar in Richtung der Gewinnschwelle rückte. Der fortlaufende Mittelabfluss bleibt mit etwa 61 Millionen Dollar zwar ein Belastungsfaktor, doch das Management reagierte mit einer Anhebung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 15 bis 16 % Wachstum. Der Verkauf von Hochspannungsanlagen des Graham-Projekts brachte kurzfristig 40 Millionen Dollar frisches Kapital in die Kassen. Analysten wie das Haus HC Wainwright bestätigten daraufhin ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 7 Dollar und verwiesen auf die operative Verbesserung.