Bei Plug Power geht es an den Börsen offenbar längst nicht mehr darum, ob das Unternehmen neue Projekte an Land zieht. Die Börsianer achten auch jetzt noch vor allem darauf, ob daraus dauerhaft ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht. Noch glauben sie es ebenso offensichtlich nicht. Die Aktie verlor am Freitag 4,46 % und schloss bei 1,87 Euro. Damit setzte sich die Schwäche der vergangenen Wochen fort.
Dabei hatte sich das Unternehmen in den vergangenen Sitzungen bzw. Wochen um gute Nachrichten bemüht. Plug Power konnte zuletzt zusätzliche Liquidität sichern und meldete weitere Projekte. Gleichzeitig wächst das Industriegeschäft, das langfristig für stabilere Umsätze sorgen soll. Für das Management sind das wichtige Bausteine auf dem Weg zurück zu einem nachhaltig profitablen Unternehmen. Es hilft nur nicht.
Plug Power: Liquiditäts“tricks“?
Das Muster kennen die Börsen schon. Nach mehreren Kapitalmaßnahmen und wiederkehrenden Verlusten achten Investoren inzwischen auf die Frage, wie Liquiditätsprobleme gelöst werden. Erst wenn Plug Power dauerhaft bessere Ergebnisse liefert und den Mittelabfluss spürbar begrenzt, dürfte sich auch die Stimmung am Markt nachhaltig verändern.
Diese Skepsis spiegelt sich inzwischen auch im Chart wider. Die Aktie notiert deutlich unter wichtigen gleitenden Durchschnitten und hat die Marke von 2 Euro bislang nicht zurückerobert. Gleichzeitig signalisiert ein technischer Indikator wie der RSI mit rund 28, dass der Titel kurzfristig als überverkauft gilt. Das erhöht zwar die Chancen auf eine technische Erholung, ersetzt aber keinen stabilen Aufwärtstrend.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor. Rund 27,4 % der frei handelbaren Aktien sind derzeit leerverkauft. Damit gehört Plug Power weiterhin zu den am stärksten geshorteten Werten am Markt. Sollten mehrere positive Unternehmensmeldungen aufeinanderfolgen, könnten Leerverkäufer gezwungen sein, Positionen einzudecken und damit eine kräftige Kursbewegung auszulösen. Dauerhaft Bestand hätte ein solcher Anstieg allerdings nur, wenn sich gleichzeitig auch die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens sichtbar verbessert.
Am 10. August sind die Märkte hier klüger. Dann sollen die Zahlen zum 2. Quartal kommen.
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