Starke Kursgewinne, schwache Bilanzen — bei Plug Power klaffen Realität und Stimmung auseinander. Die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten legte seit Jahresbeginn um gut 40 Prozent zu. Aktuell notieren die Papiere bei 2,67 Euro. Frische Großaufträge und politische Unterstützung treiben die Fantasie der Anleger.
Wall Street bleibt an der Seitenlinie
Profi-Investoren trauen der jüngsten Rally kaum. Elf Analysten bewerten die Aktie im Schnitt nur mit „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,27 US-Dollar. Das entspricht einem deutlichen Abschlag zum aktuellen Niveau.
Die Spanne der Prognosen zeigt die tiefe Unsicherheit. Sie reicht von pessimistischen 75 Cent bis hin zu optimistischen 7 US-Dollar. Craig-Hallum sieht enormes Potenzial. Susquehanna hob das Ziel kürzlich leicht auf 2,75 Dollar an.
Der steinige Weg zur Profitabilität
Das Management verspricht Besserung. Bis Ende 2026 will Plug Power ein positives operatives Ergebnis erreichen. Im Jahr 2028 soll der Konzern komplett profitabel arbeiten. Die Basis dafür bilden über 74.000 installierte Brennstoffzellen-Systeme.
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Ein erster Lichtblick zeigte sich Ende 2025. Die Bruttomarge drehte im vierten Quartal von tiefrot auf ein leichtes Plus von 2,4 Prozent. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand ein Umsatzwachstum von rund 13 Prozent an. CEO Jose Luis Crespo richtet den Fokus nun verstärkt auf Rechenzentren und Industriestrom.
Hoher Cashburn und Verwässerung
Die finanzielle Last bleibt enorm. Der Jahresbericht 2025 offenbarte einen Nettoverlust von rund 1,7 Milliarden Dollar. Der kumulierte Fehlbetrag seit der Gründung summiert sich auf 8,2 Milliarden Dollar.
Einer hohen Schuldenlast stehen lediglich 336 Millionen Dollar an Barmitteln gegenüber. Die Folge: ein massives Liquiditätsrisiko. Hinzu kommt eine deutliche Verwässerung. Die Zahl der ausstehenden Aktien stieg im letzten Jahrzehnt um fast 700 Prozent.
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Neue Zölle von 20 Prozent auf europäische Elektrolyseure und chinesische Bauteile belasten das Geschäft zusätzlich. Das Management sucht eilig nach heimischen Lieferanten. Kurzfristig drückt dies jedoch auf die Margen.
Quartalszahlen als Lackmustest
Im Mai legt Plug Power die Zahlen für das erste Quartal vor. Analysten erwarten einen Verlust von 10 Cent je Aktie. Der Umsatz soll leicht auf rund 141 Millionen Dollar steigen.
Die Führungsetage wirbt aktuell auf Roadshows um das Vertrauen institutioneller Anleger. Der anstehende Bericht liefert harte Fakten. Verfehlt das Unternehmen die Umsatzprognose oder steigt der Cashburn weiter, droht ein rascher Abverkauf der jüngsten Kursgewinne.
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