Die grüne Wasserstoffbranche steht an einem Scheideweg. Was jahrelang als Zukunftsversprechen galt, muss sich nun im harten Alltag der Profitabilität beweisen. Zwei Schwergewichte der Branche – Plug Power aus den USA und Nel ASA aus Norwegen – kämpfen um die Vorherrschaft in einem Markt mit explosivem Wachstumspotenzial. Beide verfolgen grundverschiedene Strategien, beide stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Am 26. Februar 2026 legen beide Unternehmen ihre Quartalszahlen vor. Anleger fiebern diesem Termin entgegen.
Plug Power navigiert derzeit durch stürmische Gewässer. In der vergangenen Woche stimmten die Aktionäre einer Verdopplung des genehmigten Aktienkapitals auf drei Milliarden Anteile zu. Ein notwendiger Schritt, um die Finanzierungsflexibilität zu sichern und eine drohende Börsennotiz-Streichung abzuwenden. Doch die Kehrseite: Verwässerungsängste bei Investoren. Hinzu kommen laufende Sammelklagen wegen angeblich irreführender Unternehmensmeldungen. Nel ASA hingegen richtet den Blick nach vorn. Der norwegische Elektrolyseur-Spezialist bereitet den kommerziellen Start seiner nächsten Technologiegeneration vor – ein entscheidender Moment für die Wettbewerbsfähigkeit.
Wer hat das bessere Geschäftsmodell?
Die beiden Kontrahenten verfolgen diametral entgegengesetzte Ansätze. Plug Power setzt auf vertikale Integration – vom Elektrolyseur über die Wasserstoffproduktion bis zur Auslieferung an Endkunden. Das Unternehmen will der Rundum-Anbieter der grünen Wasserstoffwirtschaft werden. Zu den Großkunden zählen Amazon und Walmart. Der strategische Gedanke: Wer die Hardware verkauft und gleichzeitig den Treibstoff liefert, verdient an jeder Stufe der Wertschöpfungskette.
Nel ASA wählt den fokussierten Weg. Das norwegische Unternehmen konzentriert sich auf eine Kernkompetenz: die Herstellung erstklassiger Elektrolyseure. Seit 1927 sammelt Nel Erfahrung in alkalischer und PEM-Technologie. Statt selbst Wasserstoff zu produzieren, beliefert Nel Industriepartner mit der entscheidenden Ausrüstung für deren Dekarbonisierung. Weniger kapitalintensiv, weniger Ausführungsrisiken – aber abhängig von den Investitionsentscheidungen der Kunden.
Technologie: Wer liegt vorn?
Plug Power punktet mit Breite. Das Portfolio umfasst Brennstoffzellensysteme, Wasserstoffspeicherung und Verflüssigungstechnologie. Der Fokus liegt derzeit auf der Skalierung eigener Produktionsanlagen in Georgia und Tennessee. Ziel: weniger Abhängigkeit von Drittanbietern und endlich positive Bruttomargen.
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Nel setzt auf Tiefe statt Breite. Nach sieben Jahren Entwicklungsarbeit fiel im Dezember 2025 die finale Investitionsentscheidung für eine neue Produktionsanlage in Norwegen. Bis zu 1 GW Kapazität soll für die nächste Generation druckbeaufschlagter alkalischer Elektrolyseure entstehen – massiv unterstützt durch den EU-Innovationsfonds. Die Technologie verspricht deutlich niedrigere Investitionskosten und bessere Energieeffizienz. Der kommerzielle Start ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, Großlieferungen ab 2027. Ein potenzieller Gamechanger für die Wasserstoffökonomie.
Kennzahlen im direkten Vergleich
| Kennzahl | Plug Power | Nel ASA |
|---|---|---|
| Marktkapitalisierung | ~2,63 Mrd. Euro | ~400,7 Mio. Euro |
| Umsatz (letzte 12 Monate) | ~702 Mio. Euro | ~130 Mio. Euro |
| 1-Wochen-Performance | -5,1 % | marktabhängig |
| 1-Monats-Performance | -21,2 % | marktabhängig |
| Jahresperformance 2026 | -16,6 % | marktabhängig |
Bewertung: Was ist der faire Preis?
Klassische Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis greifen bei beiden Unternehmen ins Leere – beide schreiben Verluste. Investoren orientieren sich stattdessen am Kurs-Umsatz-Verhältnis und der strategischen Positionierung.
Plug Powers höhere Marktkapitalisierung spiegelt das breitere Geschäftsmodell und die größere Umsatzbasis wider. Doch die hohe Cash-Burn-Rate und die jüngste Kapitalerhöhung drücken auf den Kurs. Analysten vergeben mehrheitlich ein „Halten“ – die Balance zwischen Langzeitpotenzial und kurzfristigen Risiken bleibt fragil.
Nels Bewertung ist enger an die Technologieführerschaft gekoppelt. Das kapitalärmere Modell und die EU-Unterstützung bieten strategische Sicherheit. Auch hier dominiert bei Analysten das Votum „Halten“. Die Technologie überzeugt, doch Markt- und Ausführungsrisiken bleiben.
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Welche Risiken müssen Anleger kennen?
Plug Power kämpft an mehreren Fronten:
Die hohe Cash-Burn-Rate zwingt zu permanenter Kapitalsuche. Die genehmigte Aktienkapitalerhöhung birgt erhebliches Verwässerungspotenzial. Die Steuerung eines vertikal integrierten Konzerns über Produktion, Logistik und Energieerzeugung ist hochkomplex. Sammelklagen und Unsicherheiten bei einem wichtigen Kredit des US-Energieministeriums belasten zusätzlich.
Nel ASA steht vor anderen Herausforderungen:
Der Erfolg hängt von den Investitionsentscheidungen industrieller Großkunden ab – zyklisch und verzögerungsanfällig. Der Elektrolyseur-Markt wird zunehmend umkämpft. Als reiner Technologieanbieter muss Nel permanent innovieren, um nicht überholt zu werden. Großaufträge führen zu volatilen Quartalsergebnissen.
Zwei Wege, ein Ziel
Das Duell zwischen Plug Power und Nel ASA verkörpert eine strategische Grundsatzfrage der Wasserstoffbranche. Plug Powers Alles-aus-einer-Hand-Ansatz verspricht Marktdominanz über die gesamte Wertschöpfungskette – bei enormem Kapitalbedarf und hohen Ausführungsrisiken. Die unmittelbare Zukunft entscheidet sich an der Effizienz der neuen Produktionsanlagen und der Stabilisierung der Bilanz.
Nel ASA bietet eine fokussierte, technologiezentrierte Investitionsthese. Als Ausrüster für den Wasserstoff-Goldrausch umgeht das Unternehmen die Risiken direkter Projektentwicklung. Der langfristige Erfolg steht und fällt mit der breiten Adoption grünen Wasserstoffs und der Wettbewerbsfähigkeit der neuen Elektrolyseur-Generation.
Für Anleger geht es um mehr als die Wahl zwischen zwei Aktien. Es ist die Entscheidung zwischen zwei Visionen für die Wasserstoffzukunft. Eine Investition in Plug Power ist eine Wette auf den erfolgreichen Aufbau eines integrierten amerikanischen Wasserstoffgiganten. Eine Investition in Nel ist ein Vertrauensbeweis für einen europäischen Technologiechampion, dessen Innovation die kosteneffiziente Wasserstoffproduktion weltweit revolutionieren könnte. Am 26. Februar werden beide Unternehmen liefern müssen – der Markt wartet gespannt.
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