POET Technologies kämpft mit einem massiven Vertrauensverlust. Schwere Vorwürfe gegen das Management und eine drohende Sammelklage drücken den Kurs des Halbleiter-Spezialisten tief ins Minus. Die Unsicherheit am Markt wächst spürbar.

Juristische Vorwürfe belasten den Kurs

Die Aktie verlor am Freitag 7,21 Prozent und steht nun bei 8,37 Euro. Innerhalb einer Woche gab der Kurs um rund 21 Prozent nach. Damit notiert das Papier mehr als 55 Prozent unter seinem Jahreshoch von Mai.

Mehrere Anwaltskanzleien bereiten derzeit Klagen wegen möglicher Verstöße gegen das Wertpapiergesetz vor. Im Fokus steht CFO Thomas Mika. Er soll in einem Interview eine Geheimhaltungsvereinbarung gebrochen haben.

Dieser Fehler führte laut Klageschrift zum Verlust des Partners Celestial AI. Die Kündigung aller Aufträge löste bereits im April einen heftigen Kurssturz aus. Nun erreicht der juristische Druck einen neuen Höhepunkt.

Strategiewechsel und operative Ziele

Das Management plant die Verlegung des Firmensitzes von Kanada in die USA. Aktionäre stimmen Ende Juni über diesen Schritt ab. Damit will POET steuerliche Nachteile für US-Anleger beseitigen und die Struktur an die NASDAQ-Notierung anpassen.

Operativ hält der Vorstand an seinen Prognosen fest. Für das Jahr 2026 plant POET die Auslieferung von über 30.000 optischen Motoren. Parallel dazu läuft die Produktion der neuen 800G-Systeme in Malaysia hoch.

Die Marktlage bleibt jedoch extrem volatil. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 128 Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI) nähert sich mit einem Wert von 39,3 der überverkauften Zone, ohne sich bisher zu stabilisieren.

In den nächsten Tagen läuft die Frist für die Benennung des Hauptklägers ab. Dieses Ereignis wird die kurzfristige Richtung der Aktie bestimmen. Erst danach zeigt sich, ob die Kooperation mit Lumilens die rechtlichen Sorgen verdrängen kann.