Die Porsche AG hat nach ihrer ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Juni die Abstimmungsergebnisse veröffentlicht. Das Ergebnis ist eindeutig: Alle beschlussrelevanten Punkte erhielten 100 Prozent Zustimmung. Gegenstimmen weist die Übersicht keine aus.
Leasinggeschäft neu geordnet
Der strukturell wichtigste Beschluss betrifft die Finanzdienstleistungen. Porsche passt den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Porsche Financial Services GmbH an. Der Grund: Das Leasinggeschäft soll künftig direkt durch die Financial Services GmbH betrieben werden. Hinzu kommen aufsichtsrechtliche Anforderungen, die eine formale Anpassung nötig machen.
Die Änderung regelt Weisungsrechte, Gewinnabführung und Rücklagenbildung neu. Für den Aktienkurs ist das kein kurzfristiger Impuls. Porsche ordnet damit aber den Finanzdienstleistungsbereich formal neu — während der Autosektor in Europa und China unter Druck steht.
D&O-Vergleich mit 277 Millionen Euro
Ein weiterer Beschluss betrifft einen Vergleich mit D&O-Versicherern. Porsche AG, Volkswagen AG und Audi AG einigten sich auf Regulierungsbeträge von insgesamt 277,7 Millionen Euro. Auf Porsche entfallen 14,5 Prozent — nach Abzug bereits geleisteter Rechtsverteidigungskosten.
Der Hintergrund ist die Dieselthematik. Der Bundesgerichtshof hatte einen früheren Zustimmungsbeschluss von VW aus formalen Gründen für nichtig erklärt. Inhaltliche Mängel stellte der BGH dabei nicht fest. Der neue Deckungsvergleich 2026 entspricht inhaltlich weitgehend dem Vergleich von 2021 und bezieht zusätzlich den Berkshire-Deckungsvergleich ein.
Neuer Aufsichtsrat, alter Kurs
Holger Peters zieht in den Aufsichtsrat ein. Er ersetzt Christian Dahlheim, der sein Mandat zum Ende 2025 niedergelegt hatte. Peters war bereits im Februar 2026 gerichtlich bestellt worden — die Hauptversammlung bestätigte ihn nun formal. Peters ist Vorstandsmitglied für Finanzen, IT und Recht bei Škoda Auto, einer Volkswagen-Tochter.
An der Börse bleibt die Aktie angeschlagen. Der Kurs liegt bei 45,02 Euro — ein Minus von 6,5 Prozent in den vergangenen sieben Tagen. Seit Jahresanfang steht ein Verlust von gut fünf Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 45,15 Euro ist nahezu erreicht. Die Governance-Beschlüsse der Hauptversammlung schaffen Klarheit, operative Impulse aus dem Automobilgeschäft müssen folgen.
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