Für das neue Führungsduo der Porsche AG beginnt die Amtszeit mit einer beispiellosen Zäsur. Der operative Gewinn des Sportwagenbauers ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 fast vollständig weggebrochen. Können CEO Michael Leiters und CFO Jochen Breckner den Stuttgarter Konzern bei der heutigen Bilanzvorlage aus der tiefen Krise navigieren?

Margenverfall und China-Krise

Die vorgelegten Zahlen dokumentieren ein außergewöhnlich schwieriges Jahr für den Automobilhersteller. Das operative Ergebnis stürzte um 98 Prozent auf lediglich 90 Millionen Euro ab, während es im Vorjahr noch bei 5,64 Milliarden Euro lag. Die Marge schrumpfte infolgedessen auf magere 0,3 Prozent. Der Gesamtumsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.

Hauptverantwortlich für diesen Einbruch sind tiefgreifende strukturelle und regionale Probleme. Neben hohen US-Importzöllen und außerordentlichen Sonderaufwendungen von 2,7 Milliarden Euro für die Neuausrichtung des Unternehmens belastet vor allem die Schwäche im asiatischen Raum. In China fielen die Verkäufe um 26 Prozent. Als Konsequenz leitet das Management einen strategischen Rückzug ein und streicht das dortige Händlernetz bis Ende 2026 auf rund 80 Verkaufsstellen zusammen.

Strategiewechsel bei den Antrieben

Parallel zu den regionalen Einschnitten passt Porsche auch die globale Produktstrategie an. Da die Transformation zur Elektromobilität langsamer verläuft als geplant, rücken margenstärkere Verbrenner- und Hybridmodelle wieder stärker in den Fokus. So wird beispielsweise der neue vollelektrische Cayenne ab 2026 parallel zu den bestehenden Verbrenner-Varianten angeboten.

Analysten blicken angesichts dieser zahlreichen Baustellen verhalten in die nahe Zukunft. Goldman Sachs senkte das Kursziel zuletzt auf 40 Euro und rechnet mit anhaltend schwierigen Jahren bis 2027. Diese fundamentale Schwäche spiegelt sich auch am Kapitalmarkt wider: Die Aktie markierte erst zu Beginn der Woche ein neues 52-Wochen-Tief bei 37,75 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn bereits einen Verlust von über 20 Prozent.

Für Investoren wird nun entscheidend sein, wie belastbar der strategische Fahrplan des neuen Managements in der Praxis ist. Finanzchef Jochen Breckner stellte in Aussicht, dass der operative Tiefpunkt im laufenden Jahr durchschritten werden soll. Um das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen, muss die heutige Prognose für 2026 eine glaubhafte und spürbare Stabilisierung der Ertragslage untermauern.