Ein technisches Erholungssignal trifft auf fundamentalen Gegenwind: Die Porsche AG Vorzugsaktie hat sich seit ihrem März-Tief bei 36,30 Euro merklich erholt und notiert inzwischen knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt. Das klingt zunächst ermutigend — bis man auf die Zahlen des Geschäftsjahres 2025 schaut.
Historisch schlechtes Jahr belastet Ausschüttung
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von 1,01 Euro je Vorzugsaktie vor. Das klingt solide, bis man den Vergleichswert kennt: Im Vorjahr waren es noch 2,31 Euro — ein Rückgang um 56 Prozent. Hintergrund ist ein massiver Ergebniseinbruch. Der Konzernumsatz fiel von 40,1 auf 36,3 Milliarden Euro, die operative Umsatzrendite kollabierte von 14,1 auf magere 1,1 Prozent.
Bemerkenswert ist dabei die Eigentümerstruktur: Hauptaktionärin Volkswagen AG hält 75,4 Prozent der Anteile, mittelbar kontrolliert vom Familienclan Porsche-Piëch — der traditionell auf hohe Ausschüttungen angewiesen ist. Genau das erklärt, warum die Dividende trotz eines Gewinns je Aktie von nur 0,48 Euro mit 1,01 Euro deutlich darüber ausgezahlt werden soll.
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Schwieriger Ausblick, voller Terminkalender
Für 2026 erwartet das Management keine schnelle Wende. CFO Dr. Jochen Breckner kündigte weitere Sonderbelastungen in hoher dreistelliger Millionenhöhe an. Die Umsatzprognose stagniert bei 35 bis 36 Milliarden Euro, die Margenerwartung liegt bei 5,5 bis 7,5 Prozent — eine Erholung, aber auf niedrigem Niveau. China bleibt ein Problemmarkt, der Preiswettbewerb bei Elektrofahrzeugen hält an, und die US-Zollpolitik belastet zusätzlich.
Der April bringt zwei konkrete Prüfsteine: Am 14. April feiert der neue Porsche 911 Weltpremiere, am 29. April folgt die Quartalsmitteilung zum ersten Quartal 2026. Letztere wird zeigen, ob die Strategie „Value over Volume“ erste messbare Spuren in der Marge hinterlässt — und ob die Erholung der Aktie auf mehr als technischen Rückenwind baut.
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