Die VW-Holding Porsche SE steckt tief in der Krise. In den ersten neun Monaten brach das Konzernergebnis nach Steuern um satte 50 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro ein. Das bereinigte Ergebnis, die zentrale Steuerungsgröße des Managements, sackte von 2,48 Milliarden auf nur noch 1,59 Milliarden Euro ab.

Die Zahlen offenbaren das ganze Ausmaß der Probleme bei den Kernbeteiligungen. Sowohl der Volkswagen-Konzern als auch die Porsche AG kämpfen mit massiven Schwierigkeiten. Bei Porsche kostet die strategische Kehrtwende bei Elektroautos Milliarden, neue Modellgenerationen verzögern sich, und das China-Geschäft bricht regelrecht ein.

Prognose bleibt schwach

An der bereits im September gesenkten Jahresprognose hält Vorstandschef Hans Dieter Pötsch fest. Für 2025 rechnet die Holding mit einem bereinigten Gewinn zwischen 0,9 und 2,9 Milliarden Euro – eine enorme Spanne, die die Unsicherheit unterstreicht. Immerhin: Die Nettoverschuldung sank leicht von 5,16 Milliarden auf 5,02 Milliarden Euro. Zum Jahresende soll sie in der Bandbreite von 4,9 bis 5,4 Milliarden Euro liegen.

Strukturkrise der deutschen Industrie

Doch die Probleme reichen weit über die Holding hinaus. Eine aktuelle Ifo-Umfrage vom Oktober zeichnet ein dramatisches Bild: 36,6 Prozent der deutschen Industrieunternehmen melden sinkende Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Nicht-EU-Ländern – Rekordwert seit Beginn der Erhebungen. Im Juli lag dieser Anteil noch bei 24,7 Prozent.

Besonders brutal trifft es die energieintensive Industrie. In der Chemiebranche meldet über die Hälfte der Unternehmen Wettbewerbsverluste, bei Elektronik- und Optikherstellern sind es 47 Prozent. Selbst im Maschinenbau kämpfen 40 Prozent der Firmen mit sinkender Konkurrenzfähigkeit.

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, bringt es auf den Punkt: „Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie befindet sich auf einem neuen Tiefpunkt. Das zeigt, wie stark die strukturellen Probleme inzwischen durchschlagen.“ Seine Warnung: Ohne tiefgreifende Reformen droht Deutschland im internationalen Vergleich weiter zurückzufallen.

Für die Porsche SE bedeutet diese Gemengelage anhaltenden Gegenwind. Die Familien Porsche und Piech, die in der Holding ihre Beteiligungen bündeln, müssen zusehen, wie ihre Kernbeteiligungen im Strudel der deutschen Industriekrise immer tiefer sinken.