Ein deutlicher Umsatzrückgang, anhaltend hohe Verluste und eine drohende Finanzierungslücke belasten die PowerBank Corporation. Das Unternehmen legte gestern seinen Geschäftsbericht für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 2026 vor.
Darin warnt die Gesellschaft ausdrücklich davor, dass die derzeit verfügbaren Mittel für die kommenden zwölf Monate möglicherweise nicht ausreichen werden. Verschärft wird die Lage durch das Scheitern einer wichtigen Projektfinanzierung sowie eine heute ablaufende Frist an der Nasdaq. Im gestrigen Handel sank der Aktienkurs um 2,1 Prozent auf 0,2300 Euro.
Umsatzeinbruch und geplatzte Finanzierungspläne
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 belief sich der Umsatz von PowerBank auf 27,410 Millionen C$, nach 41,531 Millionen C$ im vorherigen Geschäftsjahr 2025. Das Unternehmen begründete diesen deutlichen Rückgang mit geringeren Erlösen aus Entwicklungsgebühren sowie schwächeren Dienstleistungserträgen im Bereich Planung und Bau (EPC).
Höhere Produktionserlöse aus dem Betrieb eigener Stromerzeugungsanlagen (IPP) konnten diesen Einbruch nur teilweise abfedern. Unterm Strich verblieb ein Nettoverlust von 24,3 Millionen C$, nach einem Fehlbetrag von 31,1 Millionen C$ im Geschäftsjahr 2025.
Parallel dazu zeichnet sich ein Rückschlag bei der Kapitalbeschaffung ab. Wie PowerBank in Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht bekanntgab, wird die angestrebte Finanzierung mit der CIM Group voraussichtlich nicht vollzogen. Das entsprechende Mandatsschreiben ist mittlerweile abgelaufen.
Ursprünglich war die Transaktion als besichertes Entwicklungsdarlehen für 14 Solaranlagen im Bundesstaat New York mit einer geplanten Leistung von rund 48 MWdc ausgelegt gewesen.
Frist der Nasdaq läuft heute ab
Zu den operativen und finanziellen Herausforderungen kommt regulatorischer Druck an der Börse. PowerBank muss bis zum heutigen Dienstag die Compliance-Vorgaben der Nasdaq bezüglich des Mindestangebotspreises erfüllen. Gelingt es dem Unternehmen nicht, diesen Mindestpreis fristgerecht nachzuweisen, drohen weitere aufsichtsrechtliche Schritte bis hin zu einem Verfahren zum Entzug der Notierung.
Die Skepsis der Investoren spiegelt sich deutlich in der Bewertung wider: Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 85 Prozent. Für das Management steht nun die Suche nach alternativen Mitteln im Vordergrund, um den laufenden Betrieb über die kommenden Monate abzusichern.
Klarheit über die strategische Ausrichtung und mögliche Beschlüsse zur Kapitalstruktur könnten die Aktionäre in wenigen Wochen erhalten: Für den 29. Oktober 2026 hat das Unternehmen seine ordentliche und außerordentliche Hauptversammlung angesetzt. Der Stichtag für die Benachrichtigung und Stimmberechtigung war der 23. September.
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