PowerCell Sweden spart deutlich, kann den Einbruch im Geschäft damit aber nicht auffangen. Die heute veröffentlichten Quartalszahlen zeigen einen höheren operativen Verlust trotz gesunkener Kosten. Verschobene Lieferungen sollen kurzfristig helfen, während sich ein Teil der erwarteten Lizenzeinnahmen weiter verzögert. Die Aktie reagiert mit einer Tagesveränderung von -15% auf die schwachen Zahlen.

Umsatzschwäche belastet auch die Marge

Im dritten Quartal 2026 erzielte PowerCell einen Umsatz von 33,1 Millionen schwedischen Kronen. Das entspricht einem Rückgang um 61% gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Unternehmen nennt eine schwache Marktlage, geringere Fahrzeug-Lizenzeinnahmen und verschobene PS190-Lieferungen als Ursachen.

Damit treffen mehrere Belastungen zusammen. Neben der schwachen Nachfrage fehlt Umsatz aus Lieferungen, die nun erst im Schlussquartal anstehen. Bei einigen Fahrzeug-Lizenzeinnahmen reicht die Verzögerung noch weiter.

Der operative Verlust vergrößerte sich auf 33,7 Millionen schwedische Kronen nach 14,4 Millionen im Vorjahresquartal. Auch die Profitabilität des verbliebenen Umsatzes nahm ab.

Die niedrigeren Kosten konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. PowerCell muss somit nicht nur mehr Geschäft gewinnen, sondern auch wieder einen höheren Ergebnisbeitrag aus seinen Erlösen erzielen.

Die Bruttomarge sank auf 27,5% nach 38,6% im Vorjahresquartal. Damit verschlechterte sich neben dem Umsatz auch die Marge deutlich.

Kostensenkungen wirken gegen einen schwachen Markt

PowerCell reduzierte die Vertriebs-, Verwaltungs- und Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahresquartal um 25%. Die Maßnahmen sollen die jährliche Kostenbasis 2027 um rund 50 Millionen schwedische Kronen senken.

Das ist eine Entlastung, aber noch kein Beleg für eine operative Trendwende. Die Unternehmensführung rechnet weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld. Einsparungen allein haben bislang nicht genügt, um die Folgen des schwächeren Geschäfts aufzufangen.

Einige zunächst für 2026 erwartete Fahrzeug-Lizenzeinnahmen dürften erst 2027 anfallen. Auch die Marktschwäche soll nach Einschätzung des Unternehmens bis Anfang 2027 anhalten.

Für Anleger ist deshalb die Unterscheidung zwischen verschobenen Umsätzen und schwacher Nachfrage entscheidend. Nachgeholte Lieferungen können das nächste Quartal stützen. Sie bedeuten jedoch nicht automatisch, dass sich der zugrunde liegende Markt bereits erholt.

Neue Aufträge bieten Gegenakzente

Im Berichtsquartal erhielt PowerCell einen Auftrag für ein KI-Rechenzentrum über rund 30 Millionen schwedische Kronen. Hinzu kam ein Auftrag für ein DLR-System über etwa 21 Millionen schwedische Kronen.

Diese Abschlüsse setzen positive Akzente gegenüber dem schwachen Fahrzeuggeschäft. Nach Unternehmensangaben nahm die Kundenaktivität in den Bereichen Schifffahrt und Stromerzeugung seit Juni zu. Nach Quartalsende folgte zudem ein Schiffsauftrag über 27 Millionen schwedische Kronen.

Zusätzlich hat PowerCell mit Bosch eine unverbindliche Absichtserklärung für größere Stromerzeugungsanlagen geschlossen. Sie eröffnet Möglichkeiten, ist aber noch kein verbindlicher Auftrag. Entscheidend bleibt damit, ob neue Bestellungen und nachgeholte Lieferungen die Umsatzbasis stabilisieren, bevor die Kostensenkungen ihre volle Wirkung entfalten.