Starkes Quartal, höhere Prognose, neues Rückkaufprogramm: Procore liefert gleich mehrere Argumente auf einmal. Die Aktie sprang am Mittwoch zeitweise um rund 19 Prozent und markierte ein Tageshoch von 76,21 Dollar. Damit liegt sie nur noch knapp unter dem 52-Wochen-Hoch bei 82,32 Dollar.

Zahlen über den Erwartungen

Der Umsatz im dritten Quartal erreichte 402 Millionen Dollar, ein Plus von gut 18 Prozent. Analysten hatten mit etwa 384 Millionen gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stehen 0,51 Dollar zu Buche, erwartet waren 0,46 Dollar.

Wichtiger als der Gesamtwert ist die Qualität des Wachstums. Das organische Umsatzplus beschleunigte sich auf 17,1 Prozent, nach 15,8 Prozent im zweiten Quartal. Der Zuwachs stammt also nicht allein aus der Übernahme von DroneDeploy. Das Management verwies auf eine stärkere Abwicklung großer Aufträge bei unverändertem Makroumfeld.

Die operative Marge (non-GAAP) lag bei 23,5 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2027 bekräftigte Procore das Margenziel von 25 Prozent, das die Verwässerung durch DroneDeploy bereits enthält.

Prognose und Rückkauf

Die Umsatzprognose für 2026 steigt auf 1,557 bis 1,559 Milliarden Dollar. Für das vierte Quartal peilt das Unternehmen im Mittel rund 421 Millionen Dollar an, mehr als der Markt eingeplant hatte. Hinzu kommt ein neues Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen Dollar, das einen auslaufenden Plan ersetzt.

Auch beim Thema KI sehen Beobachter erste Fortschritte: Procore setzt auf nutzungsbasierte Preise für KI-Agenten und platziert KI-Funktionen in höheren Paketstufen.

Analysten ziehen nach

Mehrere Häuser hoben ihre Kursziele an:

  • BTIG: 90 Dollar
  • Stifel: 85 Dollar (zuvor 63), Rating „Buy“, Lob für die Umsetzung durch das neue Management
  • JPMorgan: 74 Dollar (zuvor 69), „Overweight“
  • Mizuho: 68 Dollar (zuvor 55), „Neutral“

Die Spanne der Ziele reicht damit von 55 bis 88 Dollar. Die Aktie notiert inzwischen bei rund 75 Dollar und damit über dem Mizuho-Ziel. Ein Fair-Value-Modell sieht den Titel bei etwa 71,59 Dollar leicht überbewertet.

Rückenwind kam zudem vom Gesamtmarkt: Nach den US-Zwischenwahlen legten die großen Indizes deutlich zu.

Insider verkaufen planmäßig

Direktor Kevin O’Connor trennte sich am 2. und 3. November von gut 15.000 Aktien im Wert von knapp 885.000 Dollar. Der Verkauf lief über einen im März aufgesetzten 10b5-1-Plan und fand zu Kursen zwischen 54 und 61 Dollar statt. Seither ist die Aktie binnen einer Woche um knapp 24 Prozent gestiegen. O’Connor hält weiterhin rund 893.000 Aktien über seinen Trust.

Der nächste Test steht damit klar im Chartbild: Gelingt der Sprung über die Marke von 82,32 Dollar, wäre ein neues Jahreshoch erreicht. Die Kursziele von BTIG und Stifel liegen darüber.