Der Konsumgüterriese aus Cincinnati hat am 22. Januar seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2025/26 vorgelegt – und die lesen sich ernüchternd. Nullwachstum bei den organischen Umsätzen. Kann das Unternehmen hinter Marken wie Pampers und Gillette die Kurve noch kriegen?
Die nackten Zahlen sprechen Bände
Im zweiten Quartal stagnierte das organische Wachstum bei exakt 0 Prozent. Während kleine Preiserhöhungen von 1 Prozent gelangen, gingen die Verkaufsmengen um denselben Betrag zurück. Die Erlöse kletterten zwar nominell um 1 Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar, doch das liegt unter den Erwartungen der Analysten, die mit einem kleinen Plus gerechnet hatten.
Der Gewinn je Aktie verharrte bei 1,88 Dollar – exakt auf Vorjahresniveau. Bereinigt um Währungseffekte sank er sogar um 2 Prozent. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 4,3 Milliarden Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Katastrophale Spaltung im Portfolio
Die Segmentdaten offenbaren eine dramatische Diskrepanz: Während Beauty mit 4 Prozent organischem Wachstum und Health Care mit 3 Prozent Plus noch ordentlich performen, bricht der Bereich Baby, Feminine and Family Care regelrecht ein. Minus 4 Prozent organischer Umsatz, minus 5 Prozent Volumen, minus 9 Prozent beim Gewinn.
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Auch Grooming enttäuscht mit stagnierendem Umsatz bei gleichzeitigem Gewinnrückgang von 9 Prozent. Fabric & Home Care schafft zwar ein Nullwachstum beim Umsatz, büßt aber 3 Prozent beim Gewinn ein. Von den zehn Produktkategorien wuchsen oder hielten sich nur sieben – das ist bestenfalls Mittelmaß.
Marktanteile unter Beschuss
Besonders bedenklich: Der globale Marktanteil sank im Quartal um 20 Basispunkte. Nur 25 der 50 wichtigsten Kategorie-Länder-Kombinationen konnten ihre Position halten oder ausbauen. Die Bären haben hier eindeutig das Kommando übernommen.
Das Management verweist auf erschwerende Rahmenbedingungen: Der Hafenstreik im Vorjahresquartal habe zu Vorratskäufen geführt, der Teil-Shutdown der US-Regierung und die Aussetzung von Lebensmittelhilfen hätten belastet. Zudem drücken Zollkosten auf die Margen.
Analysten bleiben optimistisch – zu Recht?
BofA Securities erhöhte das Kursziel minimal von 170 auf 171 Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Bank erwartet für die zweite Jahreshälfte eine Verbesserung auf 2 bis 3 Prozent organisches Wachstum. Treiber sollen bessere Vergleichswerte, eine Erholung in Nordamerika sowie anhaltende Stärke in Lateinamerika und China sein – vor allem bei Hautpflegeprodukten.
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JPMorgan war noch zuversichtlicher und stufte die Aktie von Neutral auf Übergewichten hoch, mit einem Kursziel von 165 Dollar. Die Analysten modellieren für das vierte Quartal ein Gewinnwachstum von 6 Prozent.
Finanzchef Andre Schulten gab sich kämpferisch und prognostizierte eine Erholung in den kommenden sechs Monaten. Die Jahresziele – organisches Wachstum zwischen 0 und 4 Prozent sowie Gewinnwachstum im selben Korridor – bestätigte das Unternehmen. Die Aktie reagierte mit einem Plus von 2,6 Prozent auf die Bestätigung der Prognose.
Produktivität als einziger Rettungsanker
Einzig die Produktivitätssteigerungen halten das Unternehmen über Wasser. Im zweiten Quartal trugen sie 270 Basispunkte zum Ergebnis bei und kompensierten teilweise den Margenrückgang bei Bruttogewinn (minus 50 Basispunkte) und operativem Gewinn (minus 70 Basispunkte). Diese Kostendisziplin wird entscheidend sein, ob die angepeilte Gewinnsteigerung am unteren Ende der mittleren bis hohen einstelligen Spanne bis Geschäftsjahresende gelingt.
Die freie Cashflow-Produktivität blieb mit 88 Prozent robust – immerhin ein Lichtblick in einem ansonsten trüben Zahlenwerk.
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