Höhere Gewinne, aber leere Einkaufswagen – bei Procter & Gamble klaffen Bilanz und Kundenverhalten auseinander. Der Konsumgüterriese meldete für das abgelaufene Quartal zwar solide Erträge. Der stagnierende Absatz schickte die Aktie jedoch auf Talfahrt.
Der Quartalsumsatz blieb mit 21,2 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten zuvor mit 21,4 Milliarden Dollar gerechnet. Das organische Wachstum kam währenddessen komplett zum Erliegen.
Preissensible Kunden belasten Volumen
Verbraucher zeigen sich weltweit zunehmend preissensibler. Sie greifen häufiger zu günstigen Eigenmarken oder nutzen Waschmittel und Papierprodukte sparsamer. Besonders die Gesundheitspflege mit einem Minus von drei Prozent beim Volumen verlor deutlich an Boden.
Die Beauty-Sparte hielt mit einem Plus von vier Prozent organischem Wachstum dagegen. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie übertraf P&G mit 1,43 Dollar die Schätzungen minimal. Im gesamten Geschäftsjahr schüttete der Konzern zudem 15 Milliarden Dollar an seine Anteilseigner aus.
Milliarden-Gegenwind im neuen Jahr
Für das Geschäftsjahr 2027 bleibt das Management vorsichtig. Die Führung rechnet mit einem organischen Wachstum zwischen einem und drei Prozent. Steigende Kosten für Rohstoffe und Energie belasten das Ergebnis voraussichtlich mit einer Milliarde Dollar.
Parallel dazu steht ein Führungswechsel an der Spitze des Gremiums an. CEO Shailesh Jejurikar übernimmt im August zusätzlich den Posten des Verwaltungsratschefs. Ein Restrukturierungsprogramm soll zeitgleich die Verwaltungskosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Die Aktie notiert nach dem Kursrutsch von 2,40 Prozent bei 127,68 Euro. Damit liegt das Papier nun unter seinem Durchschnitt der letzten 50 Tage. Anleger beobachten jetzt, ob die geplanten Effizienzsteigerungen die massiven Kostenbelastungen der kommenden Quartale auffangen können.
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