Prospect Capital setzt nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen auf umfangreichere Aktienrückkäufe. Das Programm umfasst nun bis zu 200 Mio. US-Dollar. Der Nettoanlageertrag je Aktie übertraf die Erwartungen. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen Verlust für Stammaktionäre und einen weiter gesunkenen Nettoinventarwert. Der Rückkaufbeschluss steht damit einer schwächeren Substanzentwicklung gegenüber.

Ertragsüberraschung ist kein Nettogewinn

Für das am 30. September beendete Quartal erreichte der Nettoanlageertrag 0,15 US-Dollar je Stammaktie. Damit lag die Kennzahl um 0,05 US-Dollar über den Erwartungen. Insgesamt betrug der Nettoanlageertrag 76,4 Mio. US-Dollar.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen laufendem Anlageertrag und dem Ergebnis für die Stammaktionäre. Die positive Überraschung beim Nettoanlageertrag bedeutet nicht, dass Prospect Capital unter dem Strich einen Gewinn erzielt hat.

Der den Stammaktionären zurechenbare Nettoverlust belief sich auf 53,4 Mio. US-Dollar beziehungsweise 0,10 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch einen Nettogewinn von 48,1 Mio. US-Dollar ausgewiesen.

Auch der Nettoinventarwert entwickelte sich rückläufig. Er sank zum Ende des Berichtsquartals auf 5,36 US-Dollar je Stammaktie. Ende Juni waren es 5,71 US-Dollar gewesen.

Rückkäufe und Ausschüttungen im Mittelpunkt

Das erweiterte Rückkaufprogramm eröffnet Prospect Capital die Möglichkeit, eigene Stammaktien zurückzuerwerben. Die Genehmigung ist allerdings nicht mit bereits ausgeführten Käufen gleichzusetzen. Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Signale nebeneinander: die Ermächtigung zum Kapitalrückfluss und der Rückgang des Nettoinventarwerts.

Für November 2026 bis Januar 2027 kündigte das Unternehmen monatliche Ausschüttungen von 0,035 US-Dollar je Aktie an. Medienberichten zufolge entspricht dies einer Senkung der Monatsdividende.

Die Ausschüttungsentscheidung und die Rückkaufermächtigung betreffen unterschiedliche Formen der Kapitalverwendung. Für die Bewertung der Zahlen bleibt deshalb wichtig, den laufenden Anlageertrag nicht mit dem gesamten wirtschaftlichen Ergebnis gleichzusetzen.

Schuldenabbau und Refinanzierung als Gegengewicht

Auf der Finanzierungsseite meldete Prospect Capital Fortschritte. Das Unternehmen reduzierte den ausstehenden Schuldenbetrag im Quartal um 341,4 Mio. US-Dollar beziehungsweise 18 % auf 1,5 Mrd. US-Dollar.

Der Schuldenabbau bildet ein Gegengewicht zur rückläufigen Substanz. Zugleich bleibt die Refinanzierung ein konkreter Prüfpunkt für die nächsten Tage.

Prospect Capital hat eine Anleiheemission über 300 Mio. US-Dollar mit Fälligkeit 2031 bepreist. Der Abschluss wird für heute erwartet; bestätigt ist er damit noch nicht.

Darüber hinaus sollen voraussichtlich bis zum 13. November Anleihen im Umfang von 263,2 Mio. US-Dollar zurückgezahlt werden. Für Anleger zählen deshalb neben möglichen Rückkäufen vor allem die Umsetzung dieser Finanzierungsschritte und eine Stabilisierung des Nettoinventarwerts. Die Ertragsüberraschung allein beseitigt den Gegensatz zwischen positivem Anlageertrag und Nettoverlust nicht.