Sinkende Umsätze, aber ein deutlich besserer Barmittelfluss — bei Puma passen die Kennzahlen aus dem zweiten Quartal nicht so recht zusammen. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach steckt mitten in einem selbst verordneten „Übergangsjahr“, und die am Freitag vorgelegten Zahlen zeigen, wie zäh dieser Umbau verläuft.

Umsatz schrumpft, Vorräte auch

Die Erlöse fielen im zweiten Quartal währungsbereinigt um 9,4 Prozent auf rund 1,69 Milliarden Euro. Das Großhandelsgeschäft brach um etwa 14 Prozent ein, während das Direktgeschäft mit Konsumenten leicht zulegte. Regional zeigte sich ein gespaltenes Bild: EMEA und Amerika schwächelten, Asien-Pazifik wuchs.

Immerhin verbesserte sich die Bruttomarge auf rund 48 Prozent nach 46 Prozent im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis rutschte zwar auf minus 41,9 Millionen Euro ab, deutlich tiefer als die minus 24,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das unbereinigte Ebit verbesserte sich hingegen auf etwa minus 53 Millionen Euro, da geringere Sonderbelastungen und Rückerstattungen bei US-Zöllen entlasteten. Unter dem Strich sank der Verlust um rund 70 Prozent auf 72,8 Millionen Euro.

Positiv sticht der freie Barmittelfluss heraus, der auf etwa 329 Millionen Euro kletterte. Puma hat die Vorräte um rund 15 Prozent abgebaut — ein zentraler Baustein des Konzernumbaus unter Vorstandschef Arthur Hoeld, der neben dem Lagerabbau auch unrentable Läden schließt und rund 1.400 Stellen streicht.

Analysten bleiben vorsichtig

Die Reaktion der Analystenhäuser fiel verhalten aus. RBC beließ die Einstufung auf „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 25 Euro und lobte den verbesserten Barmittelfluss sowie den bestätigten Jahresausblick als Signal für eine stärkere zweite Jahreshälfte. Jefferies bestätigte „Hold“ mit einem Kursziel von 27,50 Euro und sprach von einem mühsamen Weg — trotz Rückenwind durch die Fußball-Weltmeisterschaft habe sich das Umsatzwachstum abgeschwächt.

An der Börse rutschte die Aktie zum Handelsstart zunächst um mehr als sechs Prozent ab, der Verlust reduzierte sich im Tagesverlauf auf rund 2,7 Prozent.

Für das dritte Quartal rechnet Hoeld mit einem weiteren Umsatzrückgang, allerdings mit Verbesserungen gegenüber dem zweiten Quartal. Im Schlussquartal erwartet der Konzernchef zusätzliche Fortschritte. Am Jahresausblick hält Puma fest: währungsbereinigt ein Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, beim Ebit eine Spanne zwischen minus 50 und minus 150 Millionen Euro. Nachhaltiges Wachstum soll der Konzern nach eigener Planung erst ab 2027 wieder erreichen.