Keine Dividende, ein operativer Verlust von 357 Millionen Euro, eine Nettoverschuldung die sich auf knapp 1,1 Milliarden Euro fast verzehnfacht hat — und trotzdem notiert die Puma-Aktie nahe ihres 52-Wochen-Hochs. Dieser Widerspruch macht den Sportartikelhersteller gerade zu einem der interessantesten MDAX-Werte.
Historischer Einbruch, überraschende Kursstärke
Der Kursanstieg von rund 22 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten lässt sich kaum mit den Fundamentaldaten erklären — wohl aber mit der Positionierung der Leerverkäufer. Das Short-Interest liegt bei 8,08 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie der Zwölf-Monats-Durchschnitt von 3,41 Prozent. Steigen die Q1-Zahlen am 30. April positiv aus dem Rahmen, könnten Eindeckungskäufe der Shortseller den Kurs zusätzlich antreiben. Aktuell notiert die Aktie bei 24,46 Euro — knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 24,77 Euro.
Das operative Bild bleibt nüchtern. Der Umsatz fiel 2025 währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Überfüllte Lager, hohe Restrukturierungskosten und ein schwieriges Nordamerika-Geschäft trieben das EBIT tief in den roten Bereich.
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Q1-Zahlen als erster Härtetest
Am 30. April legt Puma Zahlen zum ersten Quartal vor. Analysten von mwb research erwarten einen Umsatz von 1,83 Milliarden Euro und ein EBIT zwischen 20 und 35 Millionen Euro — gegenüber 70 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Als Hauptbremsen gelten die laufende Bereinigung im Großhandel in Nordamerika sowie das schwächelnde China-Geschäft.
CEO Arthur Hoeld stuft 2026 klar als Übergangsjahr ein und prognostiziert erneut einen operativen Verlust — diesmal zwischen 50 und 150 Millionen Euro. Eine Trendwende erwartet das Management frühestens 2027. Immerhin: Der Lagerabbau verläuft schneller als geplant, bis Ende 2026 soll ein normalisiertes Niveau erreicht sein.
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Zölle, Hauptversammlung, Großaktionär
Ein Sonderfaktor könnte die Finanzlage kurzfristig aufhellen. Puma hat gemeinsam mit über 1.000 Unternehmen auf Rückzahlung von US-Zöllen in Höhe von rund 80 Millionen Euro vor Steuern geklagt. Ein Bundesgericht ordnete nach einem Supreme-Court-Urteil vom Februar Rückerstattungen an — allerdings müssen Importeure ihre Ansprüche über ein Portal anmelden, das die US-Zollbehörde bis Ende April starten soll. Marktbeobachter warnen davor, diese Summe bereits fest in die Finanzmodelle einzurechnen, da die US-Regierung parallel neue Zölle auf anderer Rechtsgrundlage vorbereitet.
Am 19. Mai folgt die Hauptversammlung in Herzogenaurach, auf der Aktionäre formal über den Dividendenverzicht abstimmen. Großaktionär Anta Sports Products hält rund 29 Prozent und hat eine vollständige Übernahme wiederholt ausgeschlossen — die Beteiligung gilt dennoch als strategisch wichtig für Pumas Ambitionen im Greater-China-Markt. Zwischen Q1-Zahlen, Zoll-Rückzahlung und Hauptversammlung verdichten sich die relevanten Signale für Puma auf wenige Wochen.
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