Puma Aktie: Etwas ausgebremst?

Die Puma-Aktie steigt deutlich, obwohl das Unternehmen 2025 einen Rekordverlust verbuchte und für 2026 erneut rote Zahlen erwartet. Die Hoffnung auf eine Trendwende stützt sich auf den fortschreitenden Lagerabbau und strategische Neuausrichtung.

Puma Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordverlust von 644 Millionen Euro im Jahr 2025
  • Weiterer operativer Fehlbetrag für 2026 erwartet
  • Schnellerer Abbau überfüllter Lager als geplant
  • Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Asien

Heute legt die Puma-Aktie rund 6,9 Prozent zu — ein bemerkenswerter Tagessprung für ein Unternehmen, das sich mitten in einer der schwierigsten Phasen seiner Geschichte befindet. Hinter dem Kursanstieg steckt keine Erfolgsmeldung, sondern die Hoffnung, dass die Talsohle greifbar nah ist.

Verluste, Lagerabbau und ein langer Weg zurück

Die Zahlen aus 2025 sprechen eine klare Sprache: Der Umsatz sank währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro, und statt eines operativen Gewinns stand ein EBIT-Verlust von rund 357 Millionen Euro in den Büchern. Unterm Strich verbuchte Puma einen Rekordverlust von knapp 644 Millionen Euro — verursacht durch den Abbau überfüllter Lager und umfangreiche Restrukturierungskosten.

CEO Arthur Hoeld stellt auch für 2026 keinen Gewinn in Aussicht, sondern einen weiteren operativen Fehlbetrag zwischen 50 und 150 Millionen Euro. Eine nachhaltige Rückkehr auf den Wachstumspfad erwartet das Unternehmen erst 2027.

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Ein positives Signal kommt immerhin vom Lagerabbau: Er verläuft schneller als geplant, bis Jahresende soll ein normalisiertes Niveau erreicht sein. Parallel dazu versucht Puma, die Marke sichtbar zu halten — eine Anfang April lancierte Pokémon-Kollektion zum 30-jährigen Franchise-Jubiläum war beim Launch schnell ausverkauft. Für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 rüstet das Unternehmen elf Nationalmannschaften aus.

Zölle, Klage und China-Strategie

Zusätzlichen Druck erzeugt die US-Handelspolitik. Puma rechnet mit einem negativen Effekt von rund 80 Millionen Euro auf den Vorsteuergewinn durch die seit Februar 2025 geltenden Trump-Zölle. Eine US-Tochtergesellschaft hat deshalb Klage vor dem Bundesgericht für internationalen Handel in New York eingereicht, um die Abgaben als rechtswidrig anfechten zu lassen und bereits gezahlte Beträge zurückzufordern. Ob und wann Erstattungen fließen, bleibt offen — für 2026 kalkuliert Puma nicht damit.

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Strategisch richtet sich der Konzern verstärkt nach Asien aus. In Suzhou entsteht in Kooperation mit Shincell New Materials ein Labor für die nächste Generation von Schaumstofftechnologien für Laufschuhe. Das fügt sich in die Pläne von Anta Sports Products ein, dem chinesischen Sportkonzern, der seit Januar 2026 rund 29 Prozent der Puma-Anteile hält.

Quartalszahlen als erster Stresstest

Dass der Markt dem Umbau noch skeptisch gegenübersteht, zeigt die Short-Quote von 8,08 Prozent — mehr als doppelt so hoch wie der Zwölf-Monats-Durchschnitt von 3,41 Prozent. Leerverkäufer wetten weiterhin auf fallende Kurse.

Am 30. April legt Puma die Q1-Zahlen für 2026 vor. Gelingt dort eine positive Überraschung bei den Kostensenkungen, könnte die hohe Leerverkaufsquote zum Katalysator werden: Eindeckungskäufe der Shortseller würden den Kurs zusätzlich antreiben. Am 19. Mai stimmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung über den Dividendenverzicht für das verlustreiche Geschäftsjahr 2025 ab — ein weiterer Einschnitt, der die Lage nüchtern zusammenfasst.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.