Puma baut seine Produktentwicklung am Stammsitz aus. Am Freitag feierte das Unternehmen den Spatenstich für ein neues NITRO-Lab und ein Mitarbeiter-Gym in Herzogenaurach. Für Anleger verbindet sich damit eine längerfristige Perspektive: Die erweiterten Testmöglichkeiten sollen die Produktarbeit unterstützen. Sie lösen aber nicht unmittelbar die von Jefferies beschriebenen Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Großhandelspartnern.

Neue Testmöglichkeiten für mehrere Sportarten

Nach Unternehmensangaben entstehen die Einrichtungen auf rund 1.500 Quadratmetern. Die Fertigstellung ist für Frühjahr/Sommer 2027 geplant. Im Innovationszentrum sollen Produkte gemeinsam mit Athletinnen und Athleten getestet werden.

Puma nennt dafür Leichtathletik, Running, Fußball und HYROX. Das Vorhaben richtet sich damit nicht nur auf eine einzelne Sportart. Die Zusammenarbeit mit den Sportlern soll unmittelbar in die Erprobung der Produkte einfließen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nahm am Spatenstich teil. Für die wirtschaftliche Einordnung ist vor allem der Zeithorizont wichtig: Der Neubau ist ein Entwicklungsvorhaben mit geplanter Fertigstellung im kommenden Jahr. Er ist deshalb von den kurzfristigen Herausforderungen im Vertrieb zu trennen.

Großhandel bleibt ein wichtiger Prüfstein

Jefferies senkte am 6. Oktober das Kursziel für Puma von 27,50 auf 23,50 Euro. Die Einstufung blieb bei „Hold“. Analyst James Grzinic begründete seine Einschätzung mit der nur schrittweisen Wiederaufnahme der Zusammenarbeit durch Großhandelspartner.

Damit stehen Produktentwicklung und Marktzugang nebeneinander. Erweiterte Testmöglichkeiten können die Arbeit an Produkten unterstützen. Wie schnell sich die Zusammenarbeit mit Handelspartnern entwickelt, ist jedoch eine andere Frage. Der Spatenstich allein liefert darauf keine Antwort.

Auch die veränderte Eigentümerstruktur gehört zur Einordnung. ANTA Sports schloss am 7. Oktober den Erwerb des zuvor von Artémis gehaltenen Anteils von 29,06 % ab und wurde größter Aktionär. Puma erklärte zugleich, weiterhin unabhängig geführt zu werden.

Erwartungen treffen auf den nächsten Bericht

Medienberichten zufolge verbindet sich mit ANTA die Hoffnung auf Impulse für Pumas China-Geschäft. Das ist eine Erwartung, kein bereits nachgewiesener Geschäftserfolg. Ebenso wenig lässt sich aus dem neuen Innovationszentrum schon eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung ableiten.

Der nächste bestätigte Berichtstermin ist der 30. Oktober: Dann veröffentlicht Puma die Quartalsmitteilung für Q3 2026. Für Anleger gilt es damit, die langfristige Produktarbeit von der kurzfristigen operativen Entwicklung zu unterscheiden. Der Campus-Ausbau schafft eine neue Perspektive für Produkttests; entscheidend für die wirtschaftliche Bewertung bleiben die Fortschritte im Geschäft.