Puma Aktie: Tiefster Punkt überwunden?

Puma verzeichnet einen historischen Verlust und streicht die Dividende, doch die Einstiege von Anta Sports und Frasers Group signalisieren Vertrauen in die geplante Restrukturierung.

Puma Aktie
Kurz & knapp:
  • Historischer Jahresverlust von 644 Millionen Euro
  • Dividende für 2025 komplett gestrichen
  • Anta Sports und Frasers Group als neue Großaktionäre
  • Umfassende Restrukturierung mit Fokus auf 2027

Rekordverlust, gestrichene Dividende, zwei neue Großaktionäre – Puma steckt mitten in der schwersten Krise seiner Geschichte. Doch ausgerechnet jetzt signalisieren Anta Sports und die Frasers Group von Mike Ashley Vertrauen in die Marke. Was steckt hinter dem Einstieg der beiden Investoren?

Ein historischer Verlust als Ausgangspunkt

Das Ausmaß der Krise lässt sich in einer Zahl zusammenfassen: 643,6 Millionen Euro Nettoverlust für das Geschäftsjahr 2025. Im Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 549 Millionen Euro in den Büchern – das operative Ergebnis schwang damit um mehr als 900 Millionen Euro ins Negative. Hohe Lagerbestände, schwache globale Nachfrage und aggressive Rabattaktionen drückten den Umsatz um über 13 Prozent nach unten. Über zwei Jahre hat Puma 1,3 Milliarden Euro Umsatz verloren.

Regional traf es die Amerikas am härtesten, wo die Erlöse auf währungsbereinigter Basis um 10 Prozent sanken. In Asien-Pazifik, belastet durch Großchina, gingen die Umsätze um 7,4 Prozent zurück. Die Footwear-Sparte – das Herzstück des Konzerns – verzeichnete ein Minus von 13,1 Prozent. Das Apparel-Segment verlor sogar 13,9 Prozent.

Als direkte Konsequenz hat der Vorstand die Dividende für 2025 vollständig gestrichen. Die Hauptversammlung am 19. Mai soll das formell bestätigen.

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Zwei Investoren mit klarem Kalkül

Trotz dieser Zahlen haben sich zwei strategisch gewichtige Aktionäre positioniert. Ende Januar erwarb Anta Sports – Chinas größte Sportartikelgruppe – einen 29-Prozent-Anteil für 1,5 Milliarden Euro von Kerings Holdinggesellschaft Artemis. Anta strebt einen Sitz im Aufsichtsrat an und bringt etwas mit, das Puma bisher fehlt: echten Marktzugang in China, wo der Herzogenauracher Konzern strukturelle Schwächen zeigt.

Parallel dazu hat die Frasers Group von Mike Ashley eine Beteiligung von 5,77 Prozent aufgebaut, überwiegend über Derivate. Die Offenlegung trieb die Aktie sofort um mehr als 3 Prozent nach oben. Die kommerzielle Logik dahinter ist klar: Puma ist bereits eine Kernmarke in den Regalen von Sports Direct, dem wichtigsten Vertriebskanal im Frasers-Portfolio.

Das schafft eine ungewöhnliche Konstellation. Beide Großaktionäre verfolgen starke eigene Interessen daran, welche Richtung die Marke einschlägt – Anta mit Blick auf Fertigungskapazitäten und den chinesischen Markt, Frasers mit Blick auf die europäische Einzelhandelsverteilung.

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Restrukturierung mit langem Zeithorizont

CEO Arthur Hoeld hat die Ziele klar formuliert: weniger Abhängigkeit vom margenschwachen Großhandel, der derzeit noch über 70 Prozent der Erlöse ausmacht, stärkerer Direktvertrieb und Fokus auf die Kernsportarten Fußball und Running. Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 soll dabei als Plattform dienen, ebenso wie die HYROX-Partnerschaft im Trainingsbereich. Für die Lauftechnologie NITRO hat Puma eine Entwicklungskooperation mit dem chinesischen Materialhersteller Shincell geschlossen, inklusive gemeinsamen Labors in Suzhou.

Auf der Kostenseite werden 1.400 Stellen in Büros weltweit abgebaut. Für 2026 plant das Management dennoch ein operatives Ergebnis zwischen -50 und -150 Millionen Euro – das Jahr gilt intern als Übergangsjahr. Die Rückkehr auf einen nachhaltigen Wachstumspfad ist erst für 2027 vorgesehen.

Die Aktie notiert aktuell rund 17 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom März 2025. Der RSI von 73 signalisiert dabei, dass die jüngste Erholung technisch bereits überkauft wirkt. Ob die Restrukturierung greift und Anta den erhofften Hebel im chinesischen Markt liefert, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.