Ein Supreme-Court-Urteil könnte Puma rund 80 Millionen Euro einbringen — ausgerechnet in einem Jahr, in dem der Konzern tief in den roten Zahlen steckt. Der finanzielle Schub wäre willkommen. Nur: Das Geld fließt nicht automatisch.
Was das Urteil wirklich bedeutet
Am 20. Februar 2026 entschied der US Supreme Court, dass der International Emergency Economic Powers Act von 1977 den Präsidenten nicht zur Erhebung von Zöllen ermächtigt. Für Puma ist das relevant, weil eine US-Tochtergesellschaft bereits Klage vor dem US Court of International Trade eingereicht hatte — mit dem Ziel, die ab Februar 2025 verhängten Trump-Zölle für rechtswidrig erklären zu lassen und alle gezahlten Beträge inklusive Zinsen zurückzufordern.
Der Weg zur tatsächlichen Erstattung bleibt jedoch mühsam. Die US-Zollbehörden planen zwar, ein Rückerstattungsportal spätestens Ende April zu starten. Importeure müssen ihre Ansprüche aber aktiv einreichen, ein automatischer Prozess ist nicht vorgesehen. Marktbeobachter raten davon ab, die Rückzahlungen bereits in die Finanzmodelle für 2026 einzurechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Regierung bereits neue Zölle auf Basis einer anderen Rechtsgrundlage vorbereitet — die Entlastung könnte also kürzer ausfallen als erhofft.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Puma?
Verluste bis mindestens 2027
Unabhängig vom Zollstreit bleibt die operative Lage angespannt. Im Geschäftsjahr 2025 brach der Umsatz währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro ein. Das operative Ergebnis kippte von einem EBIT-Gewinn von 548,7 Millionen Euro auf einen Verlust von 357,2 Millionen Euro. CEO Arthur Hoeld stellt für 2026 einen weiteren operativen Fehlbetrag zwischen 50 und 150 Millionen Euro in Aussicht — eine Rückkehr in die Gewinnzone erwartet das Unternehmen frühestens 2027.
Das laufende Restrukturierungsprogramm schreitet voran: Der Lagerabbau verläuft schneller als geplant, bis Jahresende soll ein normalisiertes Niveau erreicht sein. Bis Ende 2026 fallen weitere 900 Stellen weg, die Einmalkosten dafür beziffert Puma auf bis zu 75 Millionen Euro allein in 2025. Die operative Ziel-Marge von 8,5 Prozent ist erst für 2027 angesetzt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Puma?
Hohe Short-Quote, volle Terminkalender
Die Skepsis vieler Marktteilnehmer gegenüber dem Turnaround ist messbar: Das Short-Interest liegt bei 8,08 Prozent — mehr als doppelt so hoch wie der Zwölfmonatsdurchschnitt von 3,41 Prozent. Gleichzeitig offenbarte eine aktuelle WpHG-Stimmrechtsmeldung Anpassungen bei den Goldman-Sachs-Beständen, was zeigt, dass institutionelle Investoren die Bewertung genau verfolgen.
Größter Einzelaktionär bleibt Anta Sports Products mit rund 29 Prozent — eine Position, die für Pumas Asien-Expansion strategisch wichtig ist. Eine vollständige Übernahme hat Anta bislang wiederholt ausgeschlossen.
Die nächsten Wochen bringen konkrete Daten: Am 30. April veröffentlicht Puma die Q1-Ergebnisse — der erste belastbare Test, ob die Kostensenkungen unter CEO Hoeld tatsächlich greifen. Zeitgleich startet das US-Zollrückerstattungsportal. Eine positive Überraschung beim Quartalsbericht könnte angesichts des hohen Short-Interests eine Welle von Eindeckungskäufen auslösen. Am 19. Mai folgt die Hauptversammlung, auf der formal über die Aussetzung der Dividende für das Verlustjahr 2025 abgestimmt wird.
Puma-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Puma-Analyse vom 9. April liefert die Antwort:
Die neusten Puma-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Puma-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Puma: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


