Ohne Sondereffekte bleibt von Pumas Quartalsgewinn fast nichts übrig. Das bereinigte operative Ergebnis lag im dritten Quartal bei 0,4 Millionen Euro. Eine Zollrückerstattung von 29,8 Millionen Euro färbt die Marge dennoch freundlicher, als es das Tagesgeschäft hergibt.

Umsatz sinkt, Marge steigt

Der Umsatz fiel währungsbereinigt um 6,3 Prozent auf rund 1,78 Milliarden Euro. Der Markt hatte mit etwas weniger gerechnet. Schwach liefen vor allem Europa und Nordamerika, wo der Konzern ohnehin bewusst Umsätze in Kanälen zurückfährt, die der Marke langfristig nicht nutzen. Dazu kommt eine verhaltene Konsumlaune, die Puma auch mit dem Nahostkonflikt begründet.

In Asien/Pazifik wuchs der Umsatz dagegen um 10 Prozent, getragen von Low-Profile-Sneakern wie dem Speedcat. Das Direktgeschäft mit Endkunden legte leicht zu, der Onlinehandel um 7,8 Prozent. Der Großhandel schrumpfte um 9,6 Prozent.

Die Rohertragsmarge sprang auf 49,5 Prozent, nach 45,4 Prozent im Vorjahr. Rund 170 Basispunkte davon gehen auf die Zollrückerstattung zurück. Allerdings stiegen die operativen Kosten, unter anderem weil bestimmte IT-Ausgaben nun als laufender Aufwand statt als Investition verbucht werden.

Verlust bleibt, Cashflow dreht

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 54,9 Millionen Euro, je Aktie 0,37 Euro. Das ist weniger als vor einem Jahr, aber mehr als die Analysten erwartet hatten. Das operative Ergebnis rutschte auf minus 11,4 Millionen Euro, belastet auch durch Einmalkosten des Kosteneffizienzprogramms.

Besser sieht die Finanzseite aus. Der freie Cashflow drehte auf plus 92 Millionen Euro, nach minus 43 Millionen im Vorjahr. Die Vorräte sanken um knapp ein Viertel, die Nettoverschuldung ging auf gut 1,08 Milliarden Euro zurück.

Prognose präzisiert

Beim Umsatz bleibt der Ausblick unverändert: ein Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das operative Ergebnis soll 2026 zwischen minus 80 und minus 130 Millionen Euro liegen, zuvor war die Spanne deutlich breiter. Das Marktkonsens lag zuletzt bei rund minus 100 Millionen Euro. Die Investitionen sollen unter 150 Millionen Euro bleiben, geplant waren etwa 200 Millionen.

Im Hintergrund hat sich die Machtbasis verschoben. Anta Sports hält seit Oktober 29,9 Prozent und stellt mit Dennis Tao den Aufsichtsratsvorsitzenden. Zum 15. November 2026 stößt zudem Arne Arens als Vertriebsvorstand dazu. Ab 2027 will Puma wieder profitabel wachsen. Am Freitagmorgen notierte die Aktie bei rund 25,30 Euro, leicht im Plus.