Knapp 20 Prozent Kursanstieg in einem Monat — und am 30. April folgen die Quartalszahlen. Puma steht an einem ungewöhnlichen Punkt: Der Markt preist Erholung ein, während die eigenen Prognosen einen deutlichen Gewinneinbruch ankündigen.

Analysten sehen Potenzial, bleiben aber gespalten

Bernstein Research bekräftigte am 20. April seine „Outperform“-Einstufung mit einem Kursziel von 35 Euro. Analyst William Woods hebt dabei die Stärke des Einmarkenkonzepts hervor: Puma könne Markenidentität und Preisgestaltung besser kontrollieren als klassische Mehrmarkenhändler — ein Vorteil in einem Einzelhandelsumfeld, das sich technologisch rasant verändert.

Verhaltener zeigt sich die DZ Bank. Sie hob ihren fairen Wert zwar von 23 auf 25 Euro an, beließ die Einstufung aber bei „Halten“. Analyst Thomas Maul sieht die Fußball-WM 2026 in Nordamerika als Impulsgeber für die Branche — betont aber, Puma müsse diese Gelegenheit aktiv nutzen, um die Markenattraktivität zu stärken.

Anta Sports als neuer Großaktionär in Sicht

Im Hintergrund läuft eine Transaktion, die Pumas Eigentümerstruktur grundlegend verändern würde. Der chinesische Sportkonzern Anta Sports hat im Januar eine Vereinbarung zum Erwerb eines Pakets von rund 29 Prozent an Puma getroffen — zum Kaufpreis von etwa 1,5 Milliarden Euro, erworben von der Pinault-Investmentgesellschaft Groupe Artémis. Der Abschluss ist für Ende 2026 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

Anta Sports würde damit zum größten Einzelaktionär aufsteigen. Ein vollständiges Übernahmeangebot strebt der Konzern nach eigenen Angaben nicht an, plant jedoch eine angemessene Vertretung im Aufsichtsrat. Für Puma könnte die Partnerschaft vor allem im asiatisch-pazifischen Raum neue Vertriebswege öffnen.

Q1-Zahlen als erster Stresstest

Am 30. April legt Puma seine Ergebnisse für das erste Quartal vor. Analysten erwarten ein operatives Ergebnis zwischen 20 und 35 Millionen Euro — nach 70 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Als Hauptgründe gelten die laufende Bereinigung der Großhandelskanäle in Nordamerika und schwache Nachfrage in China.

CEO Arne Freundt hat 2026 offen als Übergangsjahr definiert. Nach einem operativen Verlust 2025 liegt der Fokus auf Kosteneffizienz und Lagerabbau. Auf der Hauptversammlung am 19. Mai steht der Verzicht auf eine Dividende für das vergangene Verlustjahr zur Abstimmung.

Eine Short-Quote von rund 5 Prozent zeigt, dass ein Teil des Marktes skeptisch bleibt. Sollten die Q1-Zahlen die gedämpften Erwartungen übertreffen, könnten Eindeckungskäufe den Kurs — aktuell bei 25,41 Euro und damit knapp 3 Prozent unter dem jüngsten Jahreshoch — zusätzlich nach oben treiben. Das Management selbst hat das eigentliche Ziel auf 2027 verschoben: nachhaltiges Wachstum oberhalb des Branchendurchschnitts.