Zwei gefallene Riesen der Sportartikelbranche dominieren in der zweiten Januarwoche 2026 die Schlagzeilen. Während die Puma-Aktie als heißer Übernahmekandidat gehandelt wird, zieht die Under-Armour-Aktie durch massive Insiderkäufe die Blicke auf sich. Beide Titel notieren weit unter ihren historischen Höchstständen, doch die Kurstreiber könnten unterschiedlicher kaum sein. Welches Comeback-Szenario bietet aktuell das bessere Chance-Risiko-Verhältnis?
Der Sektor sucht seit Monaten nach Orientierung. Während sich Nike und Adidas stabilisiert haben, kämpfen die Verfolger um Relevanz. Für Anleger ist die Ausgangslage im Januar 2026 explosiv: Hier die deutsche Raubkatze mit Verkaufsgerüchten, dort der US-Herausforderer mit einem milliardenschweren Vertrauensbeweis.
Gerüchteküche vs. Geldfluss: Was treibt die Kurse?
Die zweite Handelswoche 2026 brachte Bewegung in beide Ticker, doch die Qualität der Nachrichten unterscheidet sich fundamental.
Bei Puma regiert die Fantasie. Die Aktie sprang diese Woche um gut 10 Prozent an, befeuert durch Berichte über ein Interesse des chinesischen Sportgiganten Anta Sports am 29-Prozent-Paket der Pinault-Familie (Artémis). Auch wenn Preisvorstellungen von über 40 Euro je Aktie im Raum stehen und Verhandlungen angeblich stocken: Der Markt spielt eine „M&A-Untergrenze“. Anleger wetten darauf, dass der Großaktionär den Ausstieg sucht und ein strategischer Partner bereitsteht.
Ganz anders die Lage bei Under Armour. Hier zählen harte Fakten statt vager Gerüchte. V. Prem Watsa, CEO von Fairfax Financial und oft als „kanadischer Warren Buffett“ bezeichnet, hat seine Position am 2. Januar 2026 massiv ausgebaut. Rund 13,2 Millionen Aktien für etwa 67,4 Millionen Dollar wanderten in sein Portfolio. Während Puma von der Hoffnung auf einen Deal lebt, signalisiert bei Under Armour ein Großinvestor mit eigenem Geld: Der aktuelle Kursbereich um 5,50 bis 6,00 Dollar ist ein Kauf.
Zahlen-Check: Wer steht stabiler?
Beide Unternehmen werden an der Börse derzeit als Restrukturierungsfälle bewertet. Ein Blick auf die Kennzahlen offenbart jedoch, wer operativ noch festen Boden unter den Füßen hat.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Puma?
| Kennzahl | Puma SE (PUM) | Under Armour (UAA) |
|---|---|---|
| Aktueller Kurs | ~24,40 € | ~5,65 $ |
| Marktkapitalisierung | ~3,9 Mrd. € | ~2,4 Mrd. $ |
| Umsatz (TTM) | ~8,8 Mrd. € | ~5,05 Mrd. $ |
| KUV (Kurs-Umsatz) | 0,45x | 0,49x |
| Nettomarge | Niedrig einstellig | Negativ / Breakeven |
| Dividendenrendite | ~0,8 % | 0,0 % |
| Haupttreiber | Übernahme-Spekulation | Restrukturierung & Insider-Kauf |
| Volatilität (1W) | Hoch (News-getrieben) | Hoch (Volumen-getrieben) |
Datenstand: 10. Januar 2026. Marktdaten basierend auf jüngsten Schlusskursen.
Zwischenfazit: Bewertungsseitig handeln beide Aktien auf „Ausverkaufs-Niveau“ mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von unter 0,5. Der qualitative Unterschied ist jedoch gravierend: Puma erwirtschaftet fast den doppelten Umsatz und ist operativ profitabel. Under Armour hingegen kämpft noch immer erbittert um die Rückkehr in die Gewinnzone.
Neustart: Profi-Manager gegen Gründer-Rückkehr
Das Vertrauen der Anleger hängt maßgeblich an den Personen an der Spitze. Hier prallen zwei Philosophien aufeinander.
Bei Puma schwingt seit Juli 2025 Arthur Hoeld das Zepter. Der ehemalige Adidas-Vertriebschef gilt als kühler Stratege. Er befindet sich mitten in der Aufräumarbeit: Die Prognosen für 2025 wurden gesenkt, 2026 zum Übergangsjahr erklärt. Seine Stärke liegt im Verständnis des Großhandels und der starken Verankerung im Fußball. Doch die Abhängigkeit vom Lifestyle-Segment macht Puma anfällig für Modetrends, und das Lagerproblem ist noch nicht vollständig gelöst.
Bei Under Armour setzt man auf Emotionen. Gründer Kevin Plank sitzt seit April 2024 wieder im Chefsessel. Seine „Restrukturierung 4.0“ ist radikal: Kosten runter, Produktvielfalt um 25 Prozent gekürzt, Fokus zurück auf „Performance“. Die Marke hat eine klare Identität, leidet aber unter fehlendem Wachstum und Relevanzverlust bei der Gen Z. Planks Vorteil: Die massiven Insiderkäufe deuten darauf hin, dass er Schlüsselpartner von seiner Vision überzeugt hat.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Puma?
Charttechnik: Wo liegt der Boden?
Puma zeigt im Chart eine potenzielle Bodenbildung im Bereich von 20 Euro. Die Übernahmegerüchte katapultierten den Kurs Richtung 200-Tage-Linie. Hält sich die Aktie über 24 Euro, könnte eine technische Trendwende bestätigt werden. Doch Vorsicht: Sollten die Anta-Gerüchte dementiert werden, droht ein rapider Rückfall auf die Unterstützung bei 20 Euro.
Under Armour verharrt im langfristigen Abwärtstrend, zeigte Anfang Januar jedoch explosives Volumen. Der Rücksetzer am Freitag auf ca. 5,65 Dollar testet das Ausbruchsniveau. Der Einstieg von Fairfax fungiert hier als psychologischer „Put-Option“ – Anleger wissen, dass ein „Wal“ auf diesem Niveau kauft. Die Marke von 6,00 Dollar bleibt der entscheidende Trigger für einen Befreiungsschlag.
Fazit: Taktischer Zock oder strategische Geduld?
Das Duell zwischen Puma und Under Armour im Januar 2026 ist eine Entscheidung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Anlage-Motiven.
Die Puma-Aktie ist derzeit das taktische Spiel. Der Kurs wird primär von der M&A-Fantasie getrieben. Fundamental steht das Unternehmen gesünder da als der US-Konkurrent, doch die Bewertung stützt sich momentan stark auf die Hoffnung eines Exits durch den Großaktionär. Platzt der Deal, wird die Luft dünn.
Die Under-Armour-Aktie ist die strategische Wette. Der Einstieg von Fairfax Financial ist ein starkes Signal, dass das Abwärtsrisiko von „Smart Money“ als begrenzt angesehen wird. Wer an das Narrativ des zurückgekehrten Gründers glaubt und Geduld für einen 12- bis 24-monatigen Umbau mitbringt, findet hier den spannenderen Hebel.
Unterm Strich: Wer auf den schnellen Übernahme-Aufschlag spekuliert, blickt nach Herzogenaurach zu Puma. Wer der Spur des großen Geldes folgen will und an eine operative Wiederauferstehung glaubt, setzt auf den US-Außenseiter Under Armour.
Puma-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Puma-Analyse vom 10. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Puma-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Puma-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Puma: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


