PVA TePla verzeichnet einen historischen Auftragsboom – und streicht gleichzeitig die Dividende. Der Spezialmaschinenbauer aus dem hessischen Wettenberg setzt damit voll auf Wachstum. Die Aktionäre müssen fürs erste auf Ausschüttungen verzichten.

Der Auftragseingang im ersten Quartal 2026 erreichte 121,6 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 164 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist der zweithöchste Wert in der Unternehmensgeschichte. Beide Produktsegmente – Material Solutions und Metrology – trugen zu diesem Sprung bei.

KI-Boom als Turbo

Die hohe Nachfrage aus dem Halbleitersektor treibt das Geschäft. Besonders der Ausbau von KI-Datenzentren sorgt für volle Auftragsbücher. Im Metrology-Segment, das Ultraschall-Inspektionssysteme für High-Bandwidth Memory (HBM) liefert, stieg der Auftragseingang auf 62,7 Millionen Euro. HBM ist ein Hochleistungsspeicher, der in KI-Chips verbaut wird.

Das Segment Material Solutions profitierte von Indiumphosphid-Kristallen. Diese ersetzen in KI-Rechenzentren zunehmend energieintensive Kupferverbindungen. Hier belief sich der Auftragseingang auf 59,0 Millionen Euro.

Gewinneinbruch durch Investitionen

Die Kehrseite des Booms: Die Profitabilität leidet kurzfristig. Das EBITDA fiel von 8,2 Millionen Euro auf 1,4 Millionen Euro. Die Bruttomarge sank von 33,1 auf 28,5 Prozent.

Grund dafür sind Restrukturierungsaufwendungen und gezielte Infrastrukturinvestitionen. Auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen auf 4,52 Millionen Euro. Das Unternehmen investiert also in die Zukunft – auf Kosten der aktuellen Rendite.

Hauptversammlung als Weichenstellung

Am Montag, dem 16. Juni, entscheidet die Hauptversammlung über den Vorschlag des Vorstands. Der Bilanzgewinn soll vollständig auf neue Rechnung vorgetragen werden. Eine Dividende gibt es nicht.

Zusätzlich soll der Vorstand ermächtigt werden, eigene Aktien zurückzukaufen. Das Kapital soll für weiteres Wachstum und Investitionen im Unternehmen bleiben.

Die Aktie notierte am Freitag bei 43,66 Euro – ein Plus von 2,25 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Gewinn von 85,79 Prozent zu Buche. Das 52-Wochen-Hoch von 45,68 Euro liegt nur 4,42 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Ausblick: Lieferungen müssen folgen

Das Management hält an der Prognose für 2026 fest. Erwartet wird ein Konzernumsatz zwischen 255 und 275 Millionen Euro sowie ein EBITDA zwischen 26 und 31 Millionen Euro. Die Auslastung soll sich im Jahresverlauf sukzessive steigern.

Mittelfristig peilt PVA TePla einen Umsatz von rund 500 Millionen Euro an. Der Auftragsboom ist ein starkes Signal. Jetzt muss das Unternehmen liefern – und die hohen Auftragsbestände in Umsatz und Gewinn verwandeln.