Seit 2013 schüttet PVA TePla nichts aus. Zur Hauptversammlung im Juni 2026 in Gießen soll das erneut so bleiben — obwohl die Auftragsbücher voll sind und die Aktie seit Jahresbeginn um rund 80 Prozent gestiegen ist.
85 Millionen Euro — komplett einbehalten
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn 2025 von 85 Millionen Euro vollständig auf neue Rechnung vorzutragen. Kein Cent fließt an die Aktionäre.
Die Begründung: Das Unternehmen befindet sich in einer Wachstumsphase. Investitionen in Forschung, neue Märkte und Akquisitionen haben Vorrang. Mittelfristig plant der Konzern keine Dividende.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sieht das anders. Sie fordert eine Ausschüttung von mindestens 50 Prozent des Bilanzgewinns — oder zumindest eine nachvollziehbare Begründung, wenn weniger fließt.
Rekordaufträge, aber rotes EBIT
Das operative Bild ist gespalten. Im ersten Quartal 2026 sank der Konzernumsatz um sieben Prozent auf 54,9 Millionen Euro. Das EBIT drehte ins Minus: minus 1,3 Millionen Euro nach plus 5,9 Millionen Euro im Vorjahr. Belastend wirkten Infrastrukturinvestitionen und Restrukturierungskosten.
Beim Auftragseingang hingegen meldet PVA TePla Rekordniveau. Das Segment Metrology steuerte 62,7 Millionen Euro bei, Material Solutions 59,0 Millionen Euro. Relevante Aufträge betreffen KI-Anwendungen — darunter High-Bandwidth Memory — sowie erste Anlagen für Indiumphosphid-Kristalle. Teile dieser Aufträge werden allerdings erst 2027 umsatzwirksam.
Wachstumsziel 500 Millionen bis 2028
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Vorstand seine Prognose: Umsatz zwischen 255 und 275 Millionen Euro, EBITDA zwischen 26 und 31 Millionen Euro. Ab 2027 rechnet das Unternehmen mit mehr als 300 Millionen Euro Umsatz und zweistelligen Wachstumsraten. Das mittelfristige Ziel liegt bei rund 500 Millionen Euro.
Zur Hauptversammlung steht außerdem eine Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals zur Abstimmung. Die DWS Investment GmbH hat seit dem 7. Mai 2026 die Drei-Prozent-Schwelle überschritten und hält nun 3,02 Prozent der Stimmrechte.
Die Aktie notiert aktuell bei 42,40 Euro — rund 47 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das 52-Wochen-Hoch von 45,68 Euro liegt knapp sieben Prozent entfernt. Der Markt preist die Wachstumsstory ein. Ob die HV-Debatte über die Dividendenpause daran etwas ändert, zeigt sich in Gießen.
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