Gewinnmitnahmen drückten die PVA Tepla Aktie zu Wochenbeginn um gut sechs Prozent nach unten. Jetzt fängt sich der Kurs wieder. Am Donnerstag notiert das Papier bei 43,08 Euro – ein leichtes Plus von 0,85 Prozent zum Vortag.

Die Frage ist, ob das nur eine technische Gegenbewegung ist. Oder steckt mehr dahinter?

Analysten bleiben zuversichtlich

Von zehn beobachteten Experten raten neun zum Kauf. Nur einer vergibt ein „Hold“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 45,57 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von knapp sieben Prozent.

Deutsche Bank und Berenberg sehen den fairen Wert sogar zwischen 49 und 50 Euro. Ihre Begründung: die starke Nachfrage nach Kristallzucht- und Metrologieanlagen für die Chipindustrie. PVA Tepla profitiert als Nischenanbieter massiv vom Boom bei Halbleitermaterialien wie Siliziumkarbid.

Die Kursentwicklung gibt ihnen recht. Auf Jahressicht legte die Aktie 141,75 Prozent zu. Seit Jahresbeginn sind es 83,32 Prozent. Der RSI von 57,4 zeigt: Der Wert ist weder überkauft noch ausverkauft.

Hauptversammlung als Stimmungstest

Mitte Juni findet die ordentliche Hauptversammlung in Gießen statt. Der Vorstand wird dort vermutlich neue Details zur Jahresprognose liefern. Aktionäre müssen sich auf eine Überraschung einstellen: Der Bilanzgewinn von rund 85 Millionen Euro soll komplett auf neue Rechnung vorgetragen werden. Keine Dividende also.

Eine aktuelle Stimmrechtsmitteilung zeigt zudem, dass institutionelle Investoren ihre Positionen anpassen. Das unterstreicht das anhaltende Interesse der Profis.

Ausblick: Momentum halten

PVA Tepla hat sich in den letzten Monaten klar vom SDAX abgesetzt. Während der Index seitwärts läuft, glänzt der Spezialmaschinenbauer mit eigenständiger Dynamik. Die Auftragslage ist stark, die Erwartungen hoch.

Jetzt kommt es darauf an, ob sich das Wachstum in steigende Margen übersetzt. Die Investitionen in neue Kapazitäten müssen sich im zweiten Halbjahr auszahlen. Der Markt wird genau hinschauen.

Kurz gesagt: Die Fundamentaldaten stimmen. Die Hauptversammlung am 16. Juni wird zeigen, ob das Management die hohen Erwartungen bestätigen kann.