Die Pyrum Innovations AG hat eine entscheidende technische Hürde genommen. Nach monatelangen Problemen an der Mahl- und Pelletieranlage in Dillingen läuft die Produktion jetzt planmäßig. Das bestätigt eine aktuelle Analyse von SMC-Research.
Das Herzstück läuft
Die Anlage in Dillingen ist der Schlüssel für Pyrum. Hier wird Pyrolysekoks zu hochwertigem ThermoTireBlack (TTB) veredelt. Laut den Analysten ist das System nun optimiert. Bereits im dritten Quartal 2026 soll die volle Auslastung bei den TTB-Pellets erreicht sein.
Das ist mehr als eine technische Verbesserung. Die gleichbleibende Qualität des recycelten Industrierußes ist die Basis für langfristige Lieferverträge. Etwa mit Reifenhersteller Continental. Die uneingeschränkte Lieferfreigabe liegt seit Juni vor.
Analyst bleibt zuversichtlich
Trotz des schwachen Kurses hält SMC-Research an der positiven Einschätzung fest. Die Einstufung bleibt „Speculative Buy“, das Kursziel bei 56,40 Euro. Das wäre mehr als eine Verdopplung zum aktuellen Kurs von 24,00 Euro.
Analyst Holger Steffen setzt auf die Dynamisierung des Geschäftsmodells. Neben der Eigenproduktion stehen Anlagenverkäufe für Partnerprojekte in Tschechien und Griechenland an. Sie sollen die Marktakzeptanz beweisen und dem Unternehmen dringend benötigte Liquidität bringen.
Finanzielle Übergangsphase
Die Quartalszahlen zeigen das Dilemma. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 auf rund 1,03 Millionen Euro – eine Verdopplung zum Vorjahr. Gleichzeitig wuchsen die Verluste:
- EBITDA: -2,42 Millionen Euro
- Konzernperiodenergebnis: -3,74 Millionen Euro
- Liquide Mittel: 11,1 Millionen Euro
Für den weiteren Ausbau, vor allem das geplante Werk in Perl-Besch, braucht Pyrum frisches Geld. Die Beratungsplattform Cameron Barney Herbst Hilgenfeldt soll einen strategischen Investor suchen. Auch weitere Eigen- und Fremdkapitalmaßnahmen sind im Gespräch. Ein stabiler Betrieb in Dillingen gilt als wichtigstes Argument in den Verhandlungen.
Ausblick
Die ordentliche Hauptversammlung im Juli dürfte mehr Klarheit zur Finanzierungsstrategie bringen. Zudem wartet der Markt auf das „Value Engineering“-Programm, das die nächste Anlagengeneration günstiger machen soll.
Die Aktie hat sich mit 24,00 Euro leicht vom 52-Wochen-Tief bei 22,10 Euro gelöst. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,60 Euro fehlen allerdings noch über 30 Prozent. Der RSI von 43,5 signalisiert Neutralität. Spannend wird, ob Pyrum die Produktionsskalierung im laufenden Quartal wie angekündigt durchzieht.
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