Pyrum Innovations hat die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr spürbar zurückgeschraubt. Verzögerungen beim Hochlauf einer Mahl- und Pelletieranlage belasten den Zeitplan des Recyclingunternehmens. An der Börse ging die Aktie am Freitag bei 27,70 Euro aus dem Handel, was auf Siebentagessicht einem Minus von 8,3 Prozent entspricht.

Engpass beim Materialtransport bremst Dillingen

Auslöser der Neueinschätzung sind technische Probleme am Standort Dillingen. Wie das Unternehmen am Dienstag einräumte, stockt der Materialtransport aus den Silos zu den nachgelagerten Prozessschritten. Aus diesem Grund bleibt die Anlage vorerst hinter der projektierten Auslastung zurück, während der Anlagenlieferant an technischen Lösungen arbeitet.

Aktuell erreicht die Anlage einen Durchsatz von bis zu 1.250 Kilogramm pro Stunde. Vorgesehen war hingegen ein Zielniveau von 1.650 Kilogramm pro Stunde. Dieser Engpass bremst das Produktionsvolumen und verhindert das Erreichen der ursprünglich kalkulierten Jahreswerte.

Die geringeren Verarbeitungsmengen zwingen das Management zu deutlichen Korrekturen der Finanzziele. Weil weniger Material als geplant die Verarbeitungsstufen durchläuft, verschieben sich die erhofften Erlöse weiter in die Zukunft.

Prognosesenkung bei Umsatz und operativem Ergebnis

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Pyrum nun mit einem Umsatz zwischen 4,2 Millionen und 5,3 Millionen Euro. Das bisherige Umsatzziel hatte bei bis zu 9,5 Millionen Euro gelegen.

Gleichzeitig weitet sich der operative Verlust aus. Das Konzern-EBIT wird inzwischen bei rund minus 10,0 Millionen bis minus 12,5 Millionen Euro erwartet. Zuvor war die Unternehmensführung noch von einem Fehlbetrag von bis zu minus 10,5 Millionen Euro ausgegangen.

Die Anpassung verdeutlicht den hohen Fixkostenblock des Betriebs, der bei gedrosseltem Durchsatz schwerer auf das Ergebnis durchschlägt. Das Unternehmen bekräftigte ungeachtet der technischen Hürden, dass die Nachfrage nach den Recyclingprodukten grundsätzlich stabil bleibe.

Halbjahreszahlen und schwedisches Förderprojekt

Am Mittwoch legte Pyrum zudem den Bericht für die ersten sechs Monate vor. Der Halbjahresumsatz stieg zwar auf 1.743 Tausend Euro nach 1.267 Tausend Euro im Vorjahreszeitraum, blieb aber hinter den Erwartungen. Das Periodenergebnis für das erste Halbjahr schloss mit einem Fehlbetrag von 7.003 Tausend Euro ab.

Die verfügbare Liquidität belief sich zum Stichtag Ende Juni auf 6.102 Tausend Euro. Hoffnung macht unterdessen ein Expansionsvorhaben in Skandinavien: Für ein geplantes Reifen-Recyclingwerk in Schweden erhielt der Projektpartner GreenTech Recycling Tires AB eine Förderzusage in Höhe von 24 Millionen Euro.

Der Kursverlauf an den Märkten spiegelt die jüngsten Rückschläge und die gedämpften Aussichten wider. Für Anleger steht in den kommenden Monaten vor allem die Frage im Fokus, wie rasch die technischen Anpassungen am Standort Dillingen greifen und die volle Kapazität freisetzen.