Der saarländische Altreifen-Recycler Pyrum Innovations hat heute seinen Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Während die Erlöse im Vorjahresvergleich zulegten, belasten Verzögerungen beim Hochlauf einer Mahl- und Pelletieranlage das operative Ergebnis. An der Börse legte der Aktienkurs heute dennoch um 9,6 Prozent auf 28,50 Euro zu.
Verzögerungen bremsen das operative Ergebnis
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte das Unternehmen den Umsatz um 37,6 Prozent auf 1.743 Tausend Euro, verglichen mit 1.267 Tausend Euro im Vorjahreszeitraum. Trotz dieses Zuwachses blieben die Einnahmen hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Das Konzern-EBIT belief sich im ersten Halbjahr auf minus 6.297 Tausend Euro, nach minus 5.954 Tausend Euro im bereinigten Vorjahreszeitraum.
Verantwortlich für die gedämpfte Entwicklung ist die Mahl- und Pelletieranlage am Standort Dillingen. Die Anlage erreicht gegenwärtig einen Durchsatz von 1.250 Kilogramm pro Stunde anstelle der geplanten 1.650 Kilogramm pro Stunde. Als Ursache nannte das Unternehmen einen Förderengpass beim Transport des gemahlenen Materials aus den Silos. Der zuständige Anlagenlieferant arbeitet an technischen Lösungen zur Behebung dieses Engpasses.
Parallel dazu verringerte sich das Finanzpolster im bisherigen Jahresverlauf spürbar. Die verfügbare Liquidität lag zum Stichtag am 30. Juni 2026 bei 6.102 Tausend Euro, nachdem zum 31. Dezember 2025 noch 17.006 Tausend Euro in den Büchern gestanden hatten.
Gekappte Jahresziele und zusätzliche Schicht
Die operativen Hürden hatten bereits gestern zu einer Anpassung der Jahresprognose für 2026 geführt. Für das Gesamtjahr rechnet Pyrum nun mit einem Umsatz zwischen 4,2 und 5,3 Millionen Euro, während zuvor 6,5 bis 9,5 Millionen Euro angepeilt worden waren.
Die Erwartung für das Konzern-EBIT verschlechterte sich auf einen Korridor von minus 10,0 bis minus 12,5 Millionen Euro. Die Spanne für die Gesamtleistung wurde von zuvor 12,0 bis 18,0 Millionen Euro auf nun 11,0 bis 14,0 Millionen Euro gesenkt.
Um die Minderproduktion zumindest teilweise auszugleichen, reagiert das Unternehmen mit einer Ausweitung des Betriebs. Behörden genehmigten übergangsweise für zwei Monate eine Verlängerung der täglichen Produktionszeiten von 16 auf 24 Stunden. Bis Ende September soll die Organisation für eine dritte Arbeitsschicht stehen. Auf diesem Weg soll das monatliche Produktionsvolumen im vierten Quartal 2026 wieder spürbar anziehen.
Für die längerfristige Verwertung der Produkte bestehen bereits feste Abnehmerstrukturen. So hatte der Reifenhersteller Pirelli vor über einem Monat langfristige Abnahmevereinbarungen für den Recycling-Ruß ThermoTireBlack geschlossen.
Zudem sicherte sich das Gemeinschaftsunternehmen SUAS reTire vor rund einem Monat die Bankenfinanzierung für ein geplantes externes Werk in Tschechien. Dennoch richtet sich der Blick der Anleger vorerst auf die Beseitigung der mechanischen Hürden im Dillinger Stammwerk. Mit dem heutigen Kursanstieg liegt die Marktkapitalisierung des Unternehmens bei 136,30 Millionen Euro.
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