Qiagen baut sein Diagnose-Portfolio in Europa aus. Während das Unternehmen technologische Fortschritte meldet, dämpfen Analysten die Erwartungen für das laufende Jahr. Im Hintergrund brodelt derweil die Gerüchteküche um einen möglichen Verkauf des Unternehmens.

Das neue Diagnose-Panel für Blutstrominfektionen hat die europäische CE-Zertifizierung erhalten. Es identifiziert 13 bakterielle Erreger und 18 Resistenzmarker innerhalb einer Stunde. Damit erweitert Qiagen sein Angebot zur Erkennung gefährlicher Keime deutlich.

Bis Ende 2025 platzierte das Unternehmen weltweit mehr als 5.200 seiner QIAstat-Dx-Geräte. Derzeit läuft das Zulassungsverfahren bei der US-Gesundheitsbehörde FDA. Technologisch setzt Qiagen ferner auf künstliche Intelligenz und kooperiert mit NVIDIA.

Gegenwind aus dem US-Geschäft

Die Analysten der Privatbank Berenberg blicken skeptisch auf die kommenden Monate. Sie stuften die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und senkten das Kursziel auf 40 Euro. Als Grund nennen die Experten den wachsenden Wettbewerbsdruck beim Kernprodukt QuantiFERON.

Hinzu kommt eine schwächere Nachfrage im Bereich der Einwanderungstests. In den USA halten sich Unternehmen bei Investitionen in den Lebenswissenschaften zurück. Das dürfte die Bilanz des ersten Halbjahres 2026 belasten.

Spekulationen um einen Verkauf

Trotz der operativen Hürden bleibt Qiagen ein Übernahmekandidat. Marktgerüchte bringen Finanzinvestoren wie EQT, Advent oder KKR ins Spiel. Ein möglicher Gebotspreis von 50 US-Dollar pro Aktie steht im Raum.

Die Aktie notiert aktuell bei 36,12 Euro. Zwar legte der Kurs in der letzten Woche um neun Prozent zu, verlor aber auf Sicht von 30 Tagen fast ein Viertel an Wert. Das Papier handelt damit deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 43,30 Euro.

Die kommenden Wochen entscheiden über die kurzfristige Richtung. Sollte die FDA-Zulassung für das neue Diagnose-Panel in den USA erfolgen, könnte dies den nötigen Impuls liefern. Ohne ein konkretes Übernahmeangebot bleibt die Aktie jedoch zunächst im Bann der gedämpften Wachstumserwartungen.